Orderud-Fall: Dreifachmord auf norwegischem Bauernhof
Erbstreit endet in tödlicher Familientragödie
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Falldetails
Quick Facts
Klassifizierung:
Fakten
Am 22. Mai 1999 wurden Anne Orderud Paust, Marie Orderud und Kristian Orderud auf ihrem Bauernhof Orderudgården in Sørum in der norwegischen Provinz Akershus ermordet. Kristian Orderud wurde im Schlaf in seinem Bett erschossen, ebenso wie die beiden anderen Familienmitglieder.
Die Ermittler stellten schnell fest, dass vom Hof nichts gestohlen worden war. Diese Tatsache machte deutlich, dass kein Raubmord vorlag, sondern andere Motive im Spiel sein mussten. Dieser Umstand lieferte der Polizei entscheidende Hinweise bei der Aufklärung des Falls.
Die Verurteilten
Vier Personen wurden später für ihre Beteiligung an dem brutalen Familienmord verurteilt:
Zeitlinie
Dreifachmord auf Orderudgården
Anne Orderud Paust, Marie Orderud und Kristian Orderud werden auf ihrem Bauernhof in Sørum, Norwegen, erschossen.
Urteilsverkündung in erster Instanz
Die ursprünglichen Urteile gegen die vier Angeklagten werden gesprochen.
Berufungsentscheidung
Die Berufungsverhandlung bestätigt die meisten Urteile, Lars Grønneröds Strafe wird von 2,5 auf 18 Jahre erhöht.
Per Kristian Orderud wurde der Mittäterschaft an geplantem Mord für schuldig befunden und zu 21 Jahren Haft verurteilt. Gleichzeitig verlor er aufgrund seiner Verurteilung sein Erbrecht am Hof. Die Berufungsentscheidung erging am 5. April 2002.
Veronica Orderud wurde ebenfalls schuldig gesprochen und zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt.
Kristin Kirkemo wurde für schuldig befunden und zu 16 Jahren Haft verurteilt. Diese Strafe wurde in der Berufungsverhandlung am 5. April 2002 bestätigt.
Lars Grønnerød wurde ursprünglich wegen illegalen Waffenbesitzes zu 2,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Berufungsverfahren am 5. April 2002 wurde das Strafmaß jedoch drastisch auf 18 Jahre erhöht.
Der Prozess
Die ursprünglichen Urteile wurden am 22. Juni 2001 gesprochen. Der Fall wurde anschließend im Berufungsverfahren verhandelt, wobei die meisten Urteile am 5. April 2002 bestätigt oder abgeändert wurden.
Der Orderud-Fall erregte in den norwegischen Medien erhebliche Aufmerksamkeit aufgrund der brutalen Art der Tat und der Beziehungen zwischen den Tätern und den Opfern. Es handelte sich um einen Fall, der Familienintrigen mit finanziellen Interessen und Erbschaftsstreitigkeiten verband.
Die Tatsache, dass Familienmitglieder für den Mord an ihren eigenen Verwandten verurteilt wurden, schockierte die norwegische Öffentlichkeit nachhaltig. Der Fall zeigt eindrücklich, wie Gier und Erbstreitigkeiten zu den schlimmsten Verbrechen führen können.
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