Das Verschwinden von Suzy Lamplugh
Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet einen der rätselhaftesten Vermisstenfälle Großbritanniens
Am 28. Juli 1986 verlässt die 25-jährige Immobilienmaklerin Suzy Lamplugh ihr Büro im Londoner Stadtteil Fulham, um einem Klienten eine Wohnung zu zeigen. In ihrem Kalender ist der Termin unter dem Namen „Mr. Kipper“ eingetragen. Sie kehrt nicht zurück. Ein neuer Dokumentarfilm von Channel 5 nimmt sich nun eines der rätselhaftesten Vermisstenfälle Großbritanniens an – mehr als drei Jahrzehnte nach dem Verschwinden.
Das Auto, die Handtasche – und keine Spur
Noch am selben Tag wird Suzys Fahrzeug in der Shorrolds Road in Fulham gefunden. Ihre Handtasche liegt noch im Wagen. Von Suzy selbst fehlt jede Spur. Scotland Yard leitet am Folgetag eine groß angelegte Vermisstenfahndung ein. Hunderte Zeugen werden befragt, zahlreiche Ausgrabungen vorgenommen – doch die Ermittlungen führen zu keinem Durchbruch.
John Cannan im Fokus der Ermittler
Besonderes Gewicht legt der Dokumentarfilm auf John Cannan, einen verurteilten Serienmörder, den die Polizei seit Jahren als Hauptverdächtigen im Fall Lamplugh betrachtet. Im Jahr 2002 wird er öffentlich als solcher benannt. Cannan selbst weist jede Beteiligung von sich – auch nachdem er wegen anderer Verbrechen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist.
Offiziell tot, doch ohne Antworten
1994 – acht Jahre nach ihrem Verschwinden – erklärt ein britisches Gericht Suzy Lamplugh offiziell für tot. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Durch Interviews und Archivmaterial zeichnet der Film ein vielschichtiges Bild eines Falles, der bis heute keine Auflösung gefunden hat. Suzy Lamplughs Verschwinden hatte weitreichende Folgen: Es veränderte die Sicherheitsvorschriften für Immobilienmakler in ganz Großbritannien grundlegend.
