Rohwedder: Einigkeit und Mord und Freiheit
Netflix beleuchtet das ungeklärte Attentat auf den Treuhand-Chef
Am 1. April 1991 wird Detlev Karsten Rohwedder, Präsident der Treuhandanstalt, in seinem Wohnhaus in Düsseldorf durch einen Schuss durch die Fensterscheibe getötet. Der Fall gehört bis heute zu den rätselhaftesten ungeklärte Mordfälle Deutschland der deutschen Geschichte.
Die Treuhand und die Wiedervereinigung
Rohwedder trug als Chef der Treuhandanstalt die Verantwortung für die Privatisierung des DDR-Staatsvermögens nach dem Mauerfall. Seine Arbeit war höchst umstritten: Die Abwicklung von Staatsbetrieben führte zu massiven sozialen Verwerfungen und hoher Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern. Er war damit eine der zentralen – und polarisierendsten – Figuren eines entscheidenden Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte. Treuhandanstalt DDR Privatisierung
Bekennerschreiben und offizielle Ermittlungen
Nach dem Attentat tauchte ein Bekennerschreiben der Rote Armee Fraktion RAF auf. Die Ermittlungen konzentrierten sich daraufhin auf die linksterroristische Organisation. Dennoch wurde der Fall nie offiziell aufgeklärt – auch nachdem die RAF 1998 ihre Auflösung erklärte.
Was die Netflix-Dokumentarserie untersucht
Die Dokumentarserie „Rohwedder – Einigkeit und Mord und Freiheit“ nimmt den Fall aus neuen Blickwinkeln unter die Lupe. Durch Interviews mit Ermittlern, Journalisten und Experten werden alternative Theorien und Motive beleuchtet. Die Serie stellt die offizielle Erklärung kritisch in Frage: War es wirklich ein terroristischer Anschlag, oder könnten andere Hintergründe eine Rolle gespielt haben? Mit sorgfältiger Recherche und einem differenzierten Ansatz verbindet die Doku einen ungeklärten Mordfall mit dem politischen und wirtschaftlichen Spannungsfeld der deutschen Wiedervereinigung.

