Zwei Urteile und viele Zweifel
Dokumentarfilm hinterfragt Verurteilung im Fall Ursula Herrmann
Ein ungeklärter Fall über Jahrzehnte
Die zehnjährige Ursula Herrmann verschwand im September 1981 in Bayern auf dem Heimweg von der Schule. Ihr Körper wurde später tot in einer vergrabenen Holzkiste im Wald aufgefunden – sie war lebendig begraben worden. Der Entführungsfall blieb fast drei Jahrzehnte lang ungelöst.
Verhaftung und Verurteilung
Erst 2010 wurde ein Ehepaar verhaftet und schließlich wegen Entführung und Mordes verurteilt. Der Fall zählt damit zu den ungewöhnlichsten Verurteilungen in deutschen Kriminalfällen, da zwischen Tat und Aufklärung eine derart lange Zeitspanne liegt.
Der Dokumentarfilm
„Zwei Urteile und viele Zweifel“ erschien 2016 und richtet einen kritischen Blick auf die Beweislage sowie auf die Gutachten und technischen Analysen, die vor Gericht präsentiert wurden. Bereits der Titel macht das zentrale Anliegen des Films deutlich: Trotz zweier Verurteilungen bestehen erhebliche Zweifel an der Schuldfrage.
Der Film reiht sich damit in eine wachsende Debatte über mögliche Justizirrtümer in Deutschland ein und gilt als eines der meistdiskutierten Beispiele aus der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte.
