Al Capones Chicago auf eigene Faust – diese Mob-Bustour macht's möglich

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KrimiNyt Redaktionen
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1929 standen sieben Männer zum letzten Mal in einer Garage in der 2122 N Clark Street in Chicago auf – und seitdem hat die Stadt ihren Ruf als Amerikas Verbrechenshauptstadt nie wirklich abschütteln können. Die Chicago Crime and Mob Bus Tour führt durch genau jene Viertel, in denen Al Capone, John Dillinger und Serienmörder H.H. Holmes ihre blutigen Spuren hinterlassen haben. Die Tour wird noch heute angeboten – für alle, die die Geografie des Verbrechens mit eigenen Augen sehen möchten.

Was Sie auf der Tour erwartet

Die Tour dauert zwischen 90 Minuten und zwei Stunden und startet am Treffpunkt an der Ecke Pearson Street und Michigan Avenue – direkt vor der 163 E Pearson St, Chicago, IL 60611. Die Teilnehmer werden gebeten, mindestens 15 Minuten vor Abfahrt zu erscheinen. Die Tour endet am selben Ort, sodass man sich keine Gedanken über die Rückfahrt machen muss.

Unterwegs fährt der Bus durch Viertel wie Gold Coast, Lincoln Park, Old Town, den Loop und die Magnificent Mile, während ein Guide die Verbrechensgeschichte Chicagos entfaltet – von den Speakeasies der Prohibitionsära bis zu den heutigen Touristenattraktionen mit düsterer Vergangenheit.

Das Valentinstag-Massaker – Chicagos blutigster Tag

Am 14. Februar 1929 wurden sieben Mitglieder der North Side Gang in einer Garage von Männern erschossen, die mutmaßlich für Al Capones Chicago Outfit arbeiteten. Der Tatort in der 2122 N Clark Street gilt heute als einer der ikonischsten Verbrecherorte in der amerikanischen Kriminalgeschichte. Die Garage selbst existiert nicht mehr, doch der Bus fährt am Gelände vorbei, und der Guide ordnet das Massaker in den größeren Machtkampf um Chicagos Unterwelt während der Prohibition ein.

John Dillinger und das Biograph Theater

Auf derselben Tour passiert man das Biograph Theater, wo das FBI am 22. Juli 1934 den gesuchten Bankräuber John Dillinger erschoss, als er eine Kinovorstellung verließ. Dillinger war zu diesem Zeitpunkt der meistgesuchte Mann der USA und war der Polizei mehrfach entkommen. Das Theater steht noch immer als Gebäude im Stadtviertel Lincoln Square, und die kurze Vorbeifahrt vermittelt das merkwürdige Gefühl, dass Geschichte plötzlich greifbar wird.

H.H. Holmes und das Mordschloss

Keine Chicagoer Verbrechensgeschichte ist vollständig ohne Herman Webster Mudgett – besser bekannt als H.H. Holmes. In den 1890er-Jahren errichtete er ein dreistöckiges Gebäude an der 63rd Street, das er selbst als Hotel bezeichnete, das Ermittlungen jedoch später als maßgeschneiderten Tatort entlarvten – mit Gaskammern, geheimen Gängen und einem Krematorium im Keller. Die Zahl der Opfer ist bis heute unbekannt; Schätzungen reichen von 27 bis über 200. Die Tour schließt die Geschichte von Holmes als einem der ersten dokumentierten Serienmörder Amerikas ein.

Holy Name Cathedral und der Bombenanschlag

Die Holy Name Cathedral ist ein weiterer Halt auf der Vorbeifahrtsliste der Route. 1926 wurde das Gebäude bei einem Bombenanschlag getroffen, der mit der Ermordung des Gangsters Hymie Weiss, Anführer der North Side Gang, in Verbindung gebracht wird. Die Fassade der Kathedrale trug jahrzehntelang die Einschusslöcher, und der Ort steht als stilles Zeugnis dafür, wie tief die Mob-Gewalt in den Alltag des Prohibition-Chicagos eindrang.

Praktische Informationen

Die Ticketpreise beginnen bei etwa 35 Dollar, mit der Möglichkeit zur kostenlosen Stornierung – Preise und Verfügbarkeit variieren jedoch je nach Saison und Buchungsart. Aktuelle Preise können eingesehen und Plätze direkt über Viators Übersicht der Chicago Crime Tours gebucht werden, wo sich auch Informationen zu möglichen Tourvarianten finden. Für Fragen zur Barrierefreiheit oder zu Gruppenrabatten empfiehlt sich die direkte Kontaktaufnahme mit dem Veranstalter.

Für wen eignet sich die Tour?

Die Tour ist ideal für Reisende mit Interesse an amerikanischer Geschichte, der Prohibitionsära oder dem True-Crime-Genre im Allgemeinen. Die körperliche Belastung ist minimal, da der Großteil der Tour vom Bussitz aus stattfindet – was sie für die meisten Menschen zugänglich macht. Wer Erik Larsons The Devil in the White City über H.H. Holmes bereits gelesen oder Dokumentationen über Al Capone verfolgt hat, wird es als besonders befriedigend empfinden, die tatsächlichen Schauplätze der Geschichten zu sehen.

Chicago verbirgt seine Wunden noch immer geschickt – doch diese Busreise weiß genau, wo man hinschauen muss.

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