Fallakte

ChiefsAholic: NFL-Superfan wegen Bankraubs verurteilt

Xaviar Babudar finanzierte seine Leidenschaft für die Kansas City Chiefs mit bewaffneten Überfällen

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 3. Juni 2026

BEWEIS

Fakten

TäterXaviar Michael Babudar, known as 'ChiefsAholic'
OpferTulsa Teachers Credit Union (Bixby, Oklahoma) and several financial institutions across seven states – KrimiNyt has chosen not to publish the names of individual victims
TatortSeven U.S. states, including Oklahoma; court proceedings at U.S. District Court, Western District of Missouri and Tulsa County District Court, Oklahoma
Tatzeitpunkt2022–2023
DeliktSeries of bank robberies and attempted robberies, threats against employees, money laundering through casinos

Xaviar Michael Babudar wurde 2024 von US-amerikanischen Bundes- und Staatsgerichten zu insgesamt knapp 50 Jahren Haft verurteilt, nachdem er 2022 mindestens zwei Banken in verschiedenen US-Bundesstaaten ausgeraubt hatte – als verkleideter Wolfsfan der NFL-Mannschaft Kansas City Chiefs. Der Fall erregte weltweites Aufsehen, weil Babudar unter dem Namen „ChiefsAholic“ in den sozialen Medien eine große Fangemeinde aufgebaut hatte und sein kriminelles Doppelleben über Monate unentdeckt blieb.

Wer ist ChiefsAholic?

Xaviar Babudar war kein gewöhnlicher Sportfan. Unter seinem Online-Alias „ChiefsAholic“ erschien er regelmäßig im Wolfskostüm bei Spielen der Kansas City Chiefs und produzierte Inhalte für seine wachsende Fangemeinde in den sozialen Medien. Sein enthusiastisches Auftreten machte ihn in der NFL-Fanszene bekannt – doch hinter der bunten Fassade verbarg sich ein systematisch geplantes Verbrecherleben.

Nach Erkenntnissen der Ermittler finanzierte Babudar seine aufwendigen Reisen zu Auswärtsspielen, Übernachtungen und Ausrüstung durch bewaffnete Banküberfälle in mehreren US-Bundesstaaten. Die dabei erbeuteten Gelder wusch er anschließend über Kasinos und Online-Glücksspielplattformen, um sie als legitimes Einkommen erscheinen zu lassen.

Zeitlinie

16. Dezember 2022

Überfall auf die Tulsa Teachers Federal Credit Union

In Wolfsmaske und bewaffnet mit einer CO2-Pistole überfiel Babudar die Kreditgenossenschaft in Bixby, Oklahoma, und erbeutete 139.500 US-Dollar.

1. Januar 2022

Serie von 11 Raubüberfällen in sieben Bundesstaaten beginnt (2022–2023)

Im Laufe der Jahre 2022 und 2023 begeht Babudar 11 Raubüberfälle oder Raubversuche auf Finanzinstitute in sieben US-Bundesstaaten. Die Erträge werden über Kasinos gewaschen.

1. September 2024

Bundesgerichtliches Urteil: 17 Jahre und 6 Monate ohne Bewährung

Im September 2024 verurteilt U.S. District Judge Howard F. Sachs Babudar zu 17 Jahren und 6 Monaten Bundeshaft sowie zu Schadensersatz. Das Urteil beruht auf einem Schuldeingeständnis.

12. Mai 2025

Oklahoma-Urteil: 32 Jahre Staatsgefängnis verhängt von Richterin Michelle Keely

Am 12. Mai 2025 verurteilt District Judge Michelle Keely am Tulsa County District Court Babudar zu 32 Jahren Oklahoma-Staatsgefängnis. Das Urteil wird im Anschluss an die Bundesstrafe vollzogen.

Die Überfälle im Detail

28. April 2022 – First National Bank of Omaha, Nebraska

Beim ersten dokumentierten Überfall betrat Babudar die Filiale der First National Bank of Omaha in der gleichnamigen Stadt bewaffnet mit dem, was einer echten Schusswaffe glich. Er zwang die Angestellten, den Tresor zu öffnen, und flüchtete mit 170.860 US-Dollar in bar.

16. Dezember 2022 – Tulsa Teachers Federal Credit Union, Bixby, Oklahoma

Der zweite und am besten dokumentierte Überfall trug seine charakteristische Handschrift: Babudar erschien in seiner bekannten Wolfsmaske – dem Markenzeichen seiner öffentlichen Persona als „ChiefsAholic“ – und bedrohte eine Kassiererin mit einer CO2-Pistole, die wie eine echte Schusswaffe aussah. Er erbeutete 139.500 US-Dollar. Dass er ausgerechnet diese Verkleidung wählte, sollte ihm letztlich zum Verhängnis werden.

Geldwäsche durch Glücksspiel

Laut Anklageschrift verfolgte Babudar eine ausgefeilte Methode zur Geldwäsche: Die gestohlenen Barmittel wurden in Kasinos und über Online-Glücksspielplattformen in scheinbar legale Gewinne umgewandelt. Teile dieser Gelder flossen direkt in die Finanzierung seiner Reisen als Chiefs-Fan – Flüge, Hotels, Tickets und die Produktion von Inhalten für seine Social-Media-Kanäle.

Die Opfer

Die unmittelbaren Opfer der Überfälle waren die betroffenen Geldinstitute sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Tulsa Teachers Federal Credit Union in Bixby verlor 139.500 US-Dollar, die First National Bank of Omaha 170.860 US-Dollar – zusammen über 310.000 US-Dollar.

Die Namen der bedrohten Angestellten wurden in den verfügbaren Gerichtsdokumenten nicht veröffentlicht. Aus den Anklageschriften geht jedoch hervor, dass Kassiererinnen und Kassierer unter vorgehaltener Waffe zur Herausgabe von Bargeld gezwungen wurden. Erfahrungen dieser Art hinterlassen typischerweise anhaltende psychische Traumata bei den Betroffenen.

Verhaftung und Verurteilung

Besonders aufsehenerregend war Babudars Verhalten nach seiner ersten Festnahme: Er entfernte seine GPS-Überwachungseinheit und flüchtete, während er auf Kaution freigelassen war. Am 7. Juli 2023 stellten Bundesbehörden ihn schließlich in Sacramento, Kalifornien. Im Jahr 2024 sprachen sowohl Bundes- als auch Staatsgerichte ihre Urteile aus – in der Summe knapp 50 Jahre Haft.

Der Fall „ChiefsAholic“ steht exemplarisch für ein Phänomen, das Ermittler und Kriminologen zunehmend beschäftigt: die Nutzung sozialer Medien zur Pflege einer öffentlichen Identität, die von einem verborgenen kriminellen Leben scharf abweicht.

Medienberichterstattung

TV series

  • ChiefsAholic: A Wolf in Chiefs Clothing(2026)

Zu diesem Fall fragen

Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNyt

Diesem Fall folgen

Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu ChiefsAholic: NFL-Superfan wegen Bankraubs verurteilt erscheint oder ein Urteil fällt.

Diesen Beitrag teilen: