Der Mord an Gregg Smart in New Hampshire, 1990
Wie eine 22-jährige Frau ihren Mann durch einen Teenager ermorden ließ
Veröffentlicht 5. Juni 2026

Fakten
Am 1. Mai 1990 wurde der 24-jährige Gregg Smart in der gemeinsamen Wohnung in Derry, New Hampshire, erschossen und getötet. Was zunächst wie ein tödlich verlaufener Einbruch aussah, erwies sich als sorgfältig geplanter Mord – ausgeheckt von Greggs eigener Ehefrau, Pamela Ann Smart. Der Fall zog eine beispiellose Medienberichterstattung nach sich und löste eine gesellschaftliche Debatte über die Rolle der Medien in Strafverfahren aus, die bis heute anhält.
Die Tat
Am Abend des 1. Mai 1990 drangen der 15-jährige William „Billy“ Flynn und sein Mittäter Patrick Randall in die Wohnung in Derry ein. Flynn schoss Gregg Smart in den Kopf; Smart starb noch am Tatort. Der Tatort war bewusst so präpariert worden, dass er einen Einbruch vortäuschen sollte – offenbar um die Ermittler in die Irre zu führen.
Die Ermittler des New-Hampshire-Polizei erkannten jedoch schnell, dass das Szenario nicht zu einem zufälligen Einbruch passte. Die Spuren führten zu Pamela Ann Smart, die zum Tatzeitpunkt als Medienkoordinatorin in einem Schulbezirk in New Hampshire tätig war. Laut Anklage hatte sie den Mord geplant und organisiert sowie Flynn und Randall als Ausführende rekrutiert. Flynn selbst trat später als Zeuge gegen Smart auf.
Zeitlinie
Gregg Smart ermordet
Gregory Smart, 24, wurde in der Eingangshalle seiner Eigentumswohnung in Derry, New Hampshire, erschossen, nachdem Eindringlinge ihn auf die Knie gezwungen hatten. Seine Frau Pamela gab an, seine Leiche bei ihrer Heimkehr entdeckt zu haben.
Ermittlungen in Rockingham County eingeleitet
Die Polizei in New Hampshire leitet Ermittlungen ein. Die Spuren führen schnell zu Pamela Smart und den jugendlichen Mittätern. Zeugenaussagen werden im Laufe von 1990 gesichert.
Schuldspruch verkündet
Auf Grundlage der Aussagen der Mitangeklagten und der aufgezeichneten Beweismittel befand die Jury Pamela Smart der Beihilfe zum Mord ersten Grades, der Verschwörung zum Mord sowie der Zeugenbeeinflussung für schuldig.
Smart verliert neue Berufungsrunde im März 2023
Im März 2023 weist das Gericht Smarts Berufung ab. Das Urteil von 1991 bleibt unverändert bestehen.
Smart räumt öffentlich Verantwortung ein und stellt 2024 neuen Antrag
2024 wird berichtet, dass Smart erstmals öffentlich Verantwortung für den Mord einräumt. Gleichzeitig stellt sie einen Antrag auf ein neues Gerichtsverfahren, dessen Ausgang noch nicht feststeht.
Mordkomplott USA
Zeugenbeeinflussung Strafverfahren
Ermittlungen
Die Behörden in Rockingham County arbeiteten sich in den Monaten nach der Tat systematisch vor. Ein wesentlicher Teil der Ermittlungen betraf Smarts eigene Versuche, Zeugen zu beeinflussen – ein Umstand, der später zu einem eigenständigen Anklagepunkt wurde. Zeugenaussagen von Flynn, Randall und weiteren Bekannten zeichneten gemeinsam das Bild einer gezielten Verschwörung.
Der Fall wurde schnell zum Medienskandal. Die intensive Presseberichterstattung warf grundsätzliche Fragen auf, ob sie den Verlauf des Verfahrens beeinflusste – ein Thema, das später in Dokumentarfilmen und Spielfilmen aufgegriffen wurde.
Medien und Strafprozess
Prozess und Urteil
Der Prozess fand vor dem Rockingham County Superior Court in Exeter, New Hampshire, statt. Flynn und Randall sagten beide aus und lieferten damit entscheidende Belastungsbeweise gegen Smart.
Am 22. März 1991 wurde Pamela Ann Smart in allen drei Anklagepunkten für schuldig befunden: Beihilfe zum Mord ersten Grades, Verschwörung zum Mord sowie Zeugenbeeinflussung. Das Gericht verurteilte sie zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit der Bewährung – die höchstmögliche Strafe in New Hampshire, das keine Todesstrafe kennt. Der Fall war einer der ersten in den USA, der in weitem Umfang von Fernsehkameras begleitet wurde, und prägte die Debatte über den Medienzugang zu Gerichtssälen maßgeblich.
Fynn, Randall und weitere Mittäter wurden ebenfalls verurteilt.
Der Fall heute
Pamela Smart hat jahrzehntelang versucht, ihr Urteil aufheben zu lassen. Im März 2023 scheiterte sie mit einer weiteren Berufung; die Verurteilung von 1991 wurde bestätigt. Im Jahr 2024 wurde berichtet, dass Smart erstmals öffentlich Verantwortung für den Tod von Gregg Smart übernahm – eine Erklärung, die in amerikanischen Medien erhebliche Aufmerksamkeit erregte. Im selben Jahr reichte sie einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ein, dessen Ausgang noch nicht endgültig entschieden ist.
Greggs Familie hat über all die Jahre daran festgehalten, dass mit dem Urteil Gerechtigkeit geschehen ist. Der Fall bleibt ein eindringliches Beispiel dafür, wie intensive Medienberichterstattung die öffentliche Wahrnehmung eines Strafverfahrens prägen kann – und stellt weiterhin die Frage nach der Balance zwischen Pressefreiheit und einem fairen Prozess.
Medienberichterstattung
TV series
- Pamela Smart: An American Murder Mystery(2026)
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