Fallakte

Lasermannen: John Ausonius' rassistische Anschlagsserie

Der schwedische Serienschütze verbreitete mit Laservisier und Rassenhass zwei Jahre lang Terror

🇸🇪 Schwedisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A figure resembling John Ausonius stands outside a bank in Sweden, wearing a suit and sunglasses, discreetly holding a laser-sighted handgun, exuding a sense of calm determination amid the bustling streets.
BEWEIS

Fakten

TäterJohn Ausonius, born Wolfgang Alexander Zaugg
OpferBlanka Zmigrod (killed in Frankfurt am Main) and 11 shooting victims in Sweden, one of whom died
TatortStockholm and Uppsala area, Sweden; Frankfurt am Main, Germany
TatzeitpunktAugust 1991 – February 1992
DeliktMurder, attempted murder, armed robbery

Der Beginn von John Ausonius' rassistischer Terrorkampagne

Zwischen Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre erschütterte eine grauenhafte Serie von Schussanschlägen Schweden. Die Opfer waren ausnahmslos Männer mit dunkler Hautfarbe. Der Täter John Ausonius wurde in den Medien als "Lasermannen" bekannt – ein Name, der auf sein Laservisier zurückging, das einen roten Punkt auf die Opfer projizierte, bevor die Schüsse fielen. Diese Anschläge, getrieben von tiefem Rassismus und dem Wunsch, Terror zu verbreiten, entwickelten sich zu einem wahren Kriminal-Thriller, der nicht nur tiefe Narben in der schwedischen Gesellschaft hinterließ, sondern auch die größte Fahndung seit dem Olof-Palme-Mord auslöste.

Von Zaugg zu Ausonius: Die Identitätskrise des Lasermannen

John Wolfgang Alexander Ausonius wurde am 6. Oktober 1953 als Wolfgang Alexander Zaugg in Lidingö, Schweden, geboren. Seine Kindheit in einer dysfunktionalen Familie war von Mobbing geprägt – seine dunklen Haare und Augen machten ihn zur Zielscheibe. Dies führte zu tiefer Frustration und einer schweren Identitätskrise bezüglich seiner ethnischen Herkunft. Als Teenager begann er, seine Haare zu bleichen und trug blaue Kontaktlinsen, um "arischer" zu wirken.

Die Krise eskalierte 1979, als er seinen Namen zunächst in Stannerman und später in Ausonius änderte. Sein verzerrtes Selbstbild als verfolgter Außenseiter wurde durch gewalttätige Episoden und mehrere Verurteilungen wegen Körperverletzung in der Jugend weiter verstärkt.

Zeitlinie

6. Oktober 1953

Geburt als Wolfgang Alexander Zaugg

John Ausonius wird in Lidingö, Schweden, geboren und wächst unter dysfunktionalen Familienverhältnissen auf.

1. Januar 1979

Namensänderung

Zaugg ändert seinen Namen zunächst in Stannerman, später in Ausonius, als Teil seiner Identitätskrise.

1. Januar 1981

Militärdienst

Ausonius leistet Dienst im schwedischen Militär und erwirbt technisches Wissen über Waffen (1981-1982).

28. September 1989

Erster registrierter Angriff

Ausonius begeht seine erste rassistisch motivierte Schießerei im Raum Stockholm.

1. September 1989

Beginn der Bankraubserie

Parallel zu den Angriffen beginnt Ausonius eine Serie professionell geplanter Banküberfälle zur Finanzierung.

31. Juli 1991

Letzter Angriff in Schweden

Ausonius begeht seine 11. und letzte Schießerei in Schweden.

1. Januar 1992

Festnahme

Durch Überwachungsvideos und die Verbindung zum Namen 'Stannerman' wird Ausonius identifiziert und festgenommen.

1. Januar 1994

Erstes lebenslängliches Urteil

Ausonius wird in Schweden für die Angriffsserie und die Banküberfälle zu lebenslanger Haft verurteilt.

Militärisches Wissen: So baute Ausonius das Laservisier

Während seiner Zeit beim schwedischen Militär (1981-1982) erwarb Ausonius technisches Wissen über Waffen. Er modifizierte ein privat erworbenes .22LR-Gewehr, indem er den Lauf verkürzte und ein selbstgebautes Laservisier montierte – eine technische Improvisation, die zum unheimlichen Markenzeichen des Lasermannen wurde. Dieses Laservisier war nicht nur eine tödliche Waffe, sondern auch ein Instrument psychologischen Terrors: Die Opfer sahen den roten Punkt auf ihrem Körper, Sekunden bevor der Schuss fiel.

Rassistische Anschläge: 11 Opfer im Raum Stockholm

Zwischen September 1989 und Juli 1991 verübte John Ausonius insgesamt 11 Schussanschläge in Stockholm und der Umgebung. Die Opfer wurden ausschließlich aufgrund ihres ethnischen Aussehens ausgewählt, was Rassismus als primäres Motiv zementiert. Der erste registrierte Anschlag ereignete sich am 28. September 1989, der letzte am 31. Juli 1991.

Bei mehreren Angriffen wurden die Opfer schwer verletzt, doch bei diesen Anschlägen in Schweden starb niemand. Die willkürliche Auswahl der Opfer und die Brutalität der Taten versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken.

Der gutgekleidete Bankräuber: 9 Überfälle zur Terrorfinanzierung

Um sein Doppelleben und seine Terroraktivitäten zu finanzieren, beging John Ausonius auch eine Serie von neun professionell geplanten Banküberfällen. Bei diesen Raubzügen trat er oft als gutgekleideter Geschäftsmann auf, manchmal sogar nur mit einer Attrappe bewaffnet. Dies verwirrte die Polizei zusätzlich bei der Untersuchung der Verbindung zwischen den Überfällen und den Schussanschlägen.

Fahndung: Überwachungsvideos und 'Stannerman' überführen ihn

Die anfänglichen Ermittlungen der Stockholmer Polizei waren davon geprägt, die rassistisch motivierten Anschläge als isolierte Vorfälle zu behandeln. Nach mehreren Angriffen wurde eine Spezialeinheit eingerichtet. Ballistische Untersuchungen der verwendeten Waffen erwiesen sich als entscheidend, da sie mehrere Anschläge miteinander verbanden.

Der Durchbruch kam durch Überwachungsaufnahmen von Banküberfällen und die Verbindung zu seinem früheren Namen "Stannerman". Diese Spur führte die Ermittler direkt zu John Ausonius, der schließlich identifiziert und festgenommen werden konnte. Die Kombination aus forensischer Arbeit und klassischer Ermittlungsarbeit beendete eine der intensivsten Fahndungen in der schwedischen Kriminalgeschichte.

Medienberichterstattung

TV series

  • Jagd auf den Lasermann: John Ausonius terrorisierte Schweden(2026)
  • Lasermannen: Rassistische Mordserie in Stockholm(2026)

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