
Jagd auf den Lasermann: John Ausonius terrorisierte Schweden
Eine Dokumentarserie beleuchtet die rassistisch motivierten Schussattentate von John Ausonius in Stockholm und Uppsala zu Beginn der 1990er-Jahre.
John Ausonius schoss zwischen 1991 und 1992 in Stockholm und Uppsala auf elf Menschen mit Einwanderungshintergrund – ein Opfer überlebte die Attacken nicht. Der Mann, der als „der Lasermann“ in die schwedische Kriminalgeschichte einging, versetzte ein ganzes Land in Angst und Schrecken. Eine neue Dokumentarserie auf SVT Play nimmt sich nun dieser düsteren Epoche an und rekonstruiert sowohl die Verbrechen als auch die monatelange Fahndung nach dem Täter.
Wer war der Lasermann?
Den Spitznamen „Lasermann“ erhielt John Ausonius, weil er bei seinen ersten Angriffen eine Waffe mit Laservisier verwendete. Die Anschläge richteten sich gezielt gegen Menschen, die er aufgrund ihrer Herkunft ins Visier nahm – ein klares Muster rassistischer Gewalt, das die schwedische Gesellschaft schockierte. Ausonius agierte über Monate hinweg unerkannt und löste damit eine der größten Fahndungen in der Geschichte Schwedens aus.
Rassistisch motivierte Gewalt in Skandinavien
Die Anschläge und ihre Folgen
Elf Menschen wurden von Ausonius angeschossen, einer von ihnen erlag seinen Verletzungen. Die Opfer und ihre Familien trugen nicht nur körperliche, sondern auch tiefe psychische Narben davon. Die Dokumentarserie gibt diesen Menschen eine Stimme und schildert eindringlich, wie die Attentate ihr Leben für immer verändert haben.
Darüber hinaus beleuchtet die Serie die gesellschaftlichen Auswirkungen auf Schweden insgesamt: Die Anschläge fanden zu einer Zeit statt, in der Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in ganz Europa auf dem Vormarsch waren – ein Kontext, der bis heute nichts an seiner Relevanz verloren hat.
Rechtsextremismus und Gewalt in den 1990er-Jahren
Die Ermittlungen: Monate des Schreckens
Die Fahndung nach dem Lasermann dauerte Monate und forderte die schwedischen Behörden enorm heraus. Durch Interviews mit damaligen Ermittlern und Journalisten zeichnet die Dokumentarserie nach, wie die Polizei systematisch vorging, welche Sackgassen sie durchlief und wie sich der Druck auf die Gesellschaft Woche für Woche erhöhte. Ganz Schweden lebte in dieser Zeit in Furcht.
1992 wurde Ausonius schließlich gefasst und später zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Serienstraftäter und Fahndungsmethoden
Was die Dokumentarserie leistet
Die mehrteilige Dokumentarserie auf SVT Play geht über eine bloße Rekonstruktion der Taten hinaus. Sie fragt, wie diese Verbrechen möglich wurden, welche gesellschaftlichen Bedingungen sie begünstigten und was sie über Rassismus und Gewalt im heutigen Skandinavien aussagen. Ermittler, Journalisten sowie Personen aus dem Umfeld der Opfer kommen zu Wort und zeichnen gemeinsam ein vielschichtiges Bild dieser tragischen Ereignisse.
Die Serie versteht sich damit als wichtiges zeithistorisches Dokument – und als Mahnung, die dunklen Kapitel der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
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