Serie🇸🇪 Schwedisch2010

Lasermannen: Rassistische Mordserie in Stockholm

Die SVT-Dokumentarserie schildert, wie John Ausonius zwischen 1991 und 1992 mit gezielten Schüssen auf Einwanderer eine ganze Stadt in Angst versetzte.

Streamt auf SVT
Regie/Produktion
SVT Drama

John Ausonius verbreitete zwischen 1991 und 1992 in Stockholm durch eine Serie rassistisch motivierter Schießereien Angst und Schrecken – die schwedische SVT hat diese erschütternden Ereignisse in der Dokumentarserie „Lasermannen“ aus dem Jahr 2010 aufgearbeitet.

Wer ist John Ausonius?

John Ausonius wählte seine Opfer nach einem erschreckend simplen Kriterium aus: ihrem Aussehen. Er schoss gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund, die er willkürlich auf Stockholms Straßen ausmachte. Insgesamt wurden elf Menschen durch seine Kugeln verletzt, eine Person starb. Der Fall gilt bis heute als eine der berüchtigtsten Kriminalgeschichten Skandinaviens und markierte einen Wendepunkt im schwedischen Verständnis von Hassverbrechen und rechtsextremer Gewalt.

Den unheimlichen Spitznamen „Lasermannen“ – auf Deutsch etwa „der Lasermann“ – verdankt Ausonius einem anfänglichen Irrtum der Ermittler. Die Polizei glaubte zunächst, der Täter setze eine neuartige Laserwaffe ein, so präzise waren die Schüsse. In Wirklichkeit benutzte Ausonius ein Gewehr mit Laserzielhilfe, um seine Opfer aus der Distanz zu treffen.

Rechtsextreme Gewalt Skandinavien

Eine Stadt in Angst

Die Schüsse fielen ohne erkennbares Muster über Monate hinweg an verschiedenen Orten Stockholms. Für die Bevölkerung, besonders für Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund, bedeutete diese Zeit extreme Unsicherheit. Die Frage, wer als Nächstes ins Visier geraten könnte, hing wie ein Schatten über der Stadt.

Die SVT-Dokumentarserie beleuchtet eindringlich, wie sich diese kollektive Angst auf den Alltag der Stockholmer auswirkte. Zeitzeugen schildern, wie das Klima in der schwedischen Hauptstadt zunehmend vergiftet wurde – und wie eine ganze Gesellschaft mit der Erkenntnis rang, dass rassistisch motivierter Terror keine abstrakte Bedrohung, sondern bittere Realität geworden war.

Hasskriminalität Schweden

Die Fahndung und Verhaftung

Die Ermittlungen gestalteten sich außerordentlich schwierig. Ausonius hinterließ kaum Spuren, wechselte sein Vorgehen und schlug immer wieder an unvorhersehbaren Orten zu. Die Stockholmer Polizei stand unter immensem öffentlichem Druck, den Täter schnellstmöglich zu fassen.

Im Juni 1992 gelang schließlich die Verhaftung von John Ausonius – ein Moment, den die Dokumentarserie als zentrales Ereignis der gesamten Jagd inszeniert. Die Serie zeigt nicht nur die kriminalistische Detailarbeit, die zur Festnahme führte, sondern auch die menschlichen Schicksale der Ermittler, die monatelang an diesem Fall arbeiteten.

Ausonius wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt – sowohl für den Mord als auch für die zahlreichen Mordversuche.

Schwedische Serienmörder

Die Dokumentarserie im Überblick

Die SVT-Produktion aus dem Jahr 2010 verbindet dramatisierte Szenen mit dokumentarischem Material und zeichnet ein vielschichtiges Bild des Täters, der Opfer und der Gesellschaft, in der diese Verbrechen möglich wurden. Der Anspruch der Serie geht über eine bloße Chronologie der Ereignisse hinaus: „Lasermannen“ fragt auch danach, welche gesellschaftlichen Bedingungen rechtsextremen Terror begünstigen – eine Frage, die angesichts des Wiedererstarkens rechtsextremer Bewegungen in ganz Europa heute aktueller denn je ist.

Die Serie ist in der SVT-Mediathek abrufbar und richtet sich an Zuschauerinnen und Zuschauer, die True Crime nicht nur als Unterhaltung, sondern als gesellschaftliches Dokument begreifen.

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