Fakten

TäterPascal Payet
OpferKrimiNyt has chosen not to publish the victim's name, as it cannot be established unambiguously across available sources
TatortSalon-de-Provence, Bouches-du-Rhône, France
Tatzeitpunkt20 November 1997
DeliktArmed robbery of a cash transport with intentional homicide

Pascal Payet wurde am 7. Juli 1963 geboren und sollte einen besonderen Platz in der Kriminalgeschichte einnehmen – nicht wegen seines ursprünglichen Verbrechens, sondern wegen seiner nahezu unmöglichen Gefängnisausbrüche.

Im Jahr 1997 beging Payet einen Mord während eines bewaffneten Raubüberfalls auf einen Werttransport in Frankreich. 1999 wurde er wegen des bei dem Überfall begangenen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. Eine Strafe, die sich als nicht ausreichend erweisen sollte, um ihn hinter Gittern zu halten.

Erster Ausbruch: Oktober 2001

Am 12. Oktober 2001 gelang es Payet, seinen ersten Ausbruch aus dem Gefängnis Luynes zu organisieren. Zusammen mit seinem Komplizen Frédéric Impocco entkam er mithilfe eines Helikopters. Es war ein spektakulärer Gefängnisausbruch, der eine ungewöhnliche Ereigniskette in Gang setzen sollte.

Zeitlinie

20. November 1997

Bewaffneter Raubüberfall auf Geldtransport in Salon-de-Provence

Am 20. November 1997 überfielen Pascal Payet, Michel Valero und Éric Alboreo einen Geldtransporter. Ein Begleitschutzbeamter wurde bei der Aktion getötet.

12. Juli 2001

Erste Hubschrauberflucht aus dem Gefängnis von Luynes

Am 12. Juli 2001 floh Payet aus dem Gefängnis von Luynes mithilfe eines Hubschraubers, der innerhalb der Mauern landete – eine bis dahin beispiellose Aktion in Frankreich.

1. Januar 2003

Payet organisiert Flucht dreier Mitgefangener

Im Jahr 2003 koordinierte Payet eine Hubschrauberflucht, bei der Franck Perletto, Michel Valero und Éric Alboreo aus dem Gefängnis befreit wurden.

1. Januar 2005

Urteil: 30 Jahre Haft am Cour d'assises d'Aix-en-Provence

Im Januar 2005 verurteilte das Cour d'assises d'Aix-en-Provence Payet wegen vorsätzlicher Tötung während des Raubüberfalls im November 1997 zu 30 Jahren Haft.

14. Juli 2007

Dritte Hubschrauberflucht – aus dem Gefängnis von Grasse am Nationalfeiertag

Am 14. Juli 2007, dem französischen Nationalfeiertag, floh Payet zum dritten Mal per Hubschrauber – diesmal aus dem Gefängnis von Grasse. Er wurde anschließend erneut gefasst.

Statt ihm eine Lektion zu erteilen, gab ihm der Ausbruch die Inspiration, das Kunststück zu wiederholen.

Zweiter Ausbruch: April 2003

Am 14. April 2003 organisierte Payet – offenbar aus dem Gefängnis heraus – einen weiteren Helikopter-Ausbruch, diesmal erneut aus dem Gefängnis Luynes. Doch dieses Mal befreite er nicht nur sich selbst, sondern drei weitere Häftlinge: Franck Perletto, Michel Valero und Éric Alboreo. Die drei Männer wurden allerdings bereits drei Wochen später wieder gefasst.

Dritter Ausbruch: Nationalfeiertag 2007

Am 14. Juli 2007 – symbolträchtigerweise am französischen Nationalfeiertag, dem Jahrestag des Sturms auf die Bastille – plante Payet seinen dritten Helikopter-Ausbruch. Diesmal aus dem Gefängnis Grasse. Vier maskierte Männer entführten einen Helikopter vom Flughafen Cannes-Mandelieu und holten ihn aus der Haftanstalt.

Dieser Ausbruch war den Behörden zu viel. Nur zwei Tage nach seiner Flucht wurde ein europäischer Haftbefehl ausgestellt.

Ein einzigartiger Rekord

Payet hatte nun etwas nahezu Einzigartiges erreicht: Er war der Architekt der meisten Helikopter-Ausbrüche aus einem Gefängnis. Seine wiederholten Fluchten wurden nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern eine nationale Blamage, die das französische Justizvollzugssystem zwang, sein gesamtes Sicherheitsprotokoll zu überdenken.

Dies war dringend notwendig. Dreimal hatte derselbe Mann sich aus staatlichem Gewahrsam befreien können – mithilfe eines Helikopters.

Erneut gefasst – und immer noch in Haft

Payet wurde nach seinem dritten Ausbruch in Spanien festgenommen und in das Gefängnis Fleury-Mérogis in Frankreich zurückgebracht. Seine ursprüngliche 30-jährige Strafe wurde um weitere 9 Jahre verlängert – eine Konsequenz seiner wiederholten Ausbrüche.

Stand 2024 sitzt Pascal Payet noch immer in einem französischen Gefängnis ein, wo er nun mit genau jenen Luftsicherheitsmaßnahmen konfrontiert wird, zu deren Aufbau seine eigenen Taten die Behörden zwangen.

Seine Geschichte ist ein einzigartiges Beispiel für das Aufeinandertreffen menschlichen Erfindungsreichtums und institutioneller Schwäche – und wie die Entschlossenheit eines einzelnen Mannes eine ganze Nation dazu zwingen kann, ihre Sicherheitssysteme kostspielig neu zu konzipieren.

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