Fakten

TäterRédoine Faïd (born 10 May 1972)
OpferKrimiNyt has chosen not to publish the names of the prison guards and other parties involved
TatortSequedin prison, Lille (2013); Réau prison south of Paris (2018)
Tatzeitpunkt13 April 2013; 1 July 2018
DeliktArmed robbery; two prison escapes (explosives and helicopter hijacking)

Rédoine Faïd, geboren am 10. Mai 1972, ist ein französischer Schwerkrimineller, der durch zwei spektakuläre Gefängnisausbrüche internationale Bekanntheit erlangte. Seine waghalsigen Fluchten aus Hochsicherheitsgefängnissen machten ihn zeitweise zum meistgesuchten Verbrecher Frankreichs.

Kriminelle Karriere in den 1990er Jahren

In den mittleren 1990er Jahren führte Faïd gemeinsam mit Jean-Claude Bisel eine kriminelle Bande an, die im Großraum Paris operierte. Die Gruppe spezialisierte sich auf bewaffnete Raubüberfälle, darunter Überfälle auf gepanzerte Geldtransporter, Juwelendiebstähle und Erpressung. Nach drei Jahren auf der Flucht, während derer er sich in der Schweiz und Israel aufhielt, wurde Faïd am 29. Mai 1998 festgenommen.

Er wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt, kam jedoch nach zehn Jahren unter Bewährungsauflagen frei.

Zeitlinie

10. Mai 1972

Rédoine Faïd wird geboren

Rédoine Faïd wird am 10. Mai 1972 als französischer Staatsbürger geboren.

13. April 2013

Ausbruch aus dem Gefängnis von Sequedin mit Sprengstoff

Am 13. April 2013 sprengt sich Faïd aus der Maison d'arrêt de Lille-Sequedin frei, nimmt vier Beamte als Geiseln und setzt das Fluchtfahrzeug in Lille in Brand.

29. Mai 2013

Faïd in Pontault-Combault festgenommen

Am 29. Mai 2013 wird Faïd in Pontault-Combault, Seine-et-Marne, nach knapp anderthalb Monaten Fahndung festgenommen.

14. März 2017

Urteil für Flucht 2013: 10 Jahre Haft

Am 14. März 2017 verurteilt die Cour d'assises du Nord Faïd zu 10 Jahren Haft für den Ausbruch aus dem Gefängnis von Sequedin.

1. Juli 2018

Hubschrauberflucht aus dem Gefängnis Réau südlich von Paris

Am 1. Juli 2018 fliegen bewaffnete Komplizen Faïd in einem gekaperten Hubschrauber aus dem Gefängnis Réau.

26. Oktober 2023

Urteil für Flucht 2018: 14 Jahre Haft

Ein Gericht in Paris verurteilt Faïd im Oktober 2023 zu weiteren 14 Jahren Haft für die Hubschrauberflucht. Eine Entlassung ist laut Le Monde frühestens 2060 möglich.

Die Sprengstoff-Flucht von 2013

Am 13. April 2013 gelang Faïd seine erste spektakuläre Flucht aus dem Sequedin-Gefängnis. Mit Hilfe von Sprengstoff sprengte er sich den Weg durch fünf Gefängnistore frei. Während der Flucht nahm er vier Gefängniswärter als Geiseln.

Die Flucht machte ihn schlagartig zum meistgesuchten Verbrecher Frankreichs. Eine intensive Fahndung führte jedoch bereits knapp zwei Monate später, am 29. Mai 2013, zu seiner erneuten Festnahme in Pontault-Combault im Département Seine-et-Marne.

Die Helikopter-Flucht von 2018

Am 1. Juli 2018 inszenierte Faïd eine noch spektakulärere Flucht aus dem Réau-Gefängnis. Drei bewaffnete Komplizen kaperten einen Helikopter vom Typ Aérospatiale Alouette II und flogen damit zum Gefängnis. Mit einem Winkelschleifer schnitten sie die Gefängnistore auf, bevor der Helikopter auf dem Gefängnishof landete und Faïd abholte.

Diese filmreife Flucht sorgte weltweit für Schlagzeilen und verstärkte seinen Ruf als einer der waghalsigsten Ausbrecher der modernen Kriminalgeschichte.

Weitere Entwicklungen

Über den juristischen Status nach der Flucht von 2018 sowie Details zu einer möglichen späteren Festnahme liegen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine gesicherten Informationen vor. Ebenso stehen Informationen zu mutmaßlichen weiteren Straftaten noch aus.

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