Fallakte

Remmo-Clan Berlin: Eine kriminelle Familiengeschichte

Die Geschichte einer der berüchtigtsten kriminellen Clans Deutschlands

🇩🇪 Deutsch

Veröffentlicht 7. Mai 2026

BEWEIS

Falldetails

Quick Facts

Fallstatus
Aufgeklärt
Ort
{"de":"Berlin, Germany"}
Herkunft
Deutschland (Berlin)
Familiärer Hintergrund
Libanesisch-palästinensische Großfamilie mit Wurzeln in Berlin-Neukölln
Hauptdelikte
Organisierte Raubüberfälle, Drogenhandel, Waffenhandel und Schusswaffendelikte
Verurteilte Mitglieder
Über 50 Familienmitglieder seit den 1990er Jahren verurteilt
Bekannteste Tat
Diamantenraub aus dem Deutschen Historischen Museum Berlin (2017)
Hauptoperationsgebiet
Berliner Stadtteile Neukölln und Wedding

Fakten

Ort{"de":"Berlin, Germany"}
HerkunftDeutschland (Berlin)
Familiärer HintergrundLibanesisch-palästinensische Großfamilie mit Wurzeln in Berlin-Neukölln
HauptdelikteOrganisierte Raubüberfälle, Drogenhandel, Waffenhandel und Schusswaffendelikte
Verurteilte MitgliederÜber 50 Familienmitglieder seit den 1990er Jahren verurteilt

Wer ist die Remmo-Familie?

Die Remmo-Familie zählt zu Berlins berüchtigtsten kriminelle Clans, deren Geschichte bis Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre zurückreicht. Die Großfamilie stammt aus dem Berliner Stadtteil Neukölln und hat libanesisch-palästinensische Wurzeln. In den vergangenen drei Jahrzehnten war die Familie in einige der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands verwickelt, darunter Raubüberfälle, Drogenhandel und Waffenkriminalität.

Die Remmo-Familie stand im Zentrum umfangreicher Medienberichterstattung und wurde in Dokumentarserien, Dokumentationen und True-Crime-Formaten porträtiert. Bekannt wurde die Familie durch ihre offene Präsenz im Berliner Stadtteil Neukölln, wo sie über längere Zeiträume nahezu furchtlos vor Konsequenzen operierte.

Familienstruktur und Schlüsselfiguren

Die Remmo-Familie umfasst schätzungsweise 500 bis 600 Mitglieder, von denen viele in kriminelle Aktivitäten verwickelt waren. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen ältere Familienoberhäupter, die die Operationen leiteten, sowie jüngere Mitglieder, die Raubüberfälle und andere Straßenkriminalität ausführten.

Zeitlinie

1. Januar 1990

Erste dokumentierte Aktivitäten der Familie Remmo

Die Familie fällt erstmals durch kriminelle Aktivitäten im Berliner Stadtteil Neukölln auf

15. Juni 2000

Anstieg dokumentierter Raubüberfälle

Die Polizei registriert eine Häufung von Raubüberfällen durch Familienmitglieder auf Juweliergeschäfte und den Einzelhandel

20. März 2015

Große Polizeiaktion

Die deutsche Polizei führt eine umfangreiche Operation gegen das Netzwerk der Familie durch, die zu Dutzenden Festnahmen führt

27. November 2017

Diamantenraub aus dem Museum

Familienmitglieder stehlen Diamanten im Wert von Millionen aus dem Deutschen Historischen Museum Berlin

10. September 2018

Gerichtsverfahren und Verurteilungen

Mehrere Mitglieder werden zu langjährigen Haftstrafen wegen Raubes, Drogenhandels und organisierter Kriminalität verurteilt

15. Januar 2020

Fortgesetzte Polizeioperationen

Die Polizei setzt ihr Vorgehen gegen die Aktivitäten der Familie mit weiteren Festnahmen und Ermittlungen fort

Die Struktur der Familie ist typisch für organisierte Kriminalität in Deutschland, mit klaren Hierarchien und Arbeitsteilung. Ältere Mitglieder planen größere Operationen, während jüngere sie ausführen. Die Familie unterhielt auch Verbindungen zu anderen kriminellen Gruppen und Rockerclubs in Berlin und im Rest Deutschlands.

Charakteristisch für die Familie ist, dass Mitglieder häufig mit großer Medienpräsenz bei Gerichtsterminen und Verhandlungen erschienen sind. Familienangehörige zeigten dabei oft demonstrativ, dass sie die Behörden nicht besonders ernst nehmen.

Die spektakulären Raubüberfälle

Die Remmo-Familie wurde durch eine Serie spektakulärer Raubüberfälle weithin bekannt. Der bekannteste Fall ist zweifellos der Diamantenraub aus dem Deutschen Historischen Museum Berlin im Jahr 2017, bei dem Familienmitglieder Diamanten im Wert von mehreren Millionen Euro erbeuteten.

Die Familie war auch an Raubüberfällen auf Juweliergeschäfte, Supermärkte und andere Einzelhandelsgeschäfte beteiligt. Diese Überfälle wurden oft detailliert geplant und mit militärischer Präzision ausgeführt, was auf Organisation und Erfahrung hindeutete.

Ein weiterer bekannter Fall betraf den Diebstahl wertvoller Gegenstände aus Lagerhallen und Privathäusern. Die Polizei vermutete, dass Familienmitglieder über ein Netzwerk von Informanten verfügten, das es ihnen ermöglichte, wertvolle Ziele zu identifizieren und zu lokalisieren.

Drogenhandel und Waffenkriminalität

Neben Raubüberfällen war die Remmo-Familie schwer in den Drogenhandel im großen Stil verwickelt. Polizei und Staatsanwaltschaft dokumentierten, dass Familienmitglieder Kontakte zu internationalen Drogenhändlern hatten und am Import und Vertrieb von Kokain, Heroin und anderen Substanzen beteiligt waren.

Waffenkriminalität ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Familienaktivitäten. Mehrere Schießereien zwischen Familienmitgliedern und rivalisierenden Gruppen wurden registriert, und die Polizei beschlagnahmte zahlreiche illegale Waffen bei Familienmitgliedern.

Diese Aktivitäten machten das Gebiet um Neukölln zu einem Schwerpunktbereich für die deutsche Polizei, und es gab mehrere Großeinsätze gegen das Netzwerk der Familie.

Polizeiarbeit und Verurteilungen

Die deutsche Polizei hat über Jahre hinweg intensiv gegen die Remmo-Familie ermittelt. Seit den 1990er Jahren wurden mehr als 50 Familienmitglieder verurteilt, viele davon zu langjährigen Haftstrafen wegen schwerer Straftaten.

Besonders nach dem spektakulären Museumsraub von 2017 intensivierte die Polizei ihre Bemühungen. Großrazzien, bei denen Dutzende Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht wurden, führten zu zahlreichen Festnahmen und zur Beschlagnahme von Vermögenswerten in Millionenhöhe.

Die Strafverfolgungsbehörden setzen dabei auf verschiedene Strategien: von klassischer Ermittlungsarbeit über verdeckte Ermittler bis hin zu finanziellen Ermittlungen, um den Clan wirtschaftlich zu schwächen. Trotz dieser Erfolge bleibt die Remmo-Familie ein Symbol für die Herausforderungen, denen sich Berliner Behörden im Kampf gegen organisierte Clankriminalität gegenübersehen.

Die Geschichte der Remmo-Familie zeigt exemplarisch, wie sich kriminelle Strukturen über Jahrzehnte etablieren können und welche Anstrengungen nötig sind, um ihnen wirksam zu begegnen.

Zu diesem Fall fragen

Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNyt

Diesem Fall folgen

Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu Remmo-Clan Berlin: Eine kriminelle Familiengeschichte erscheint oder ein Urteil fällt.

Diesen Beitrag teilen: