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Identitätsdiebstahl
Identitätsdiebstahl bezeichnet die missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten durch Dritte – in Deutschland kein eigenständiger Straftatbestand, jedoch über verschiedene Delikte des StGB strafbar.

Definition
Identitätsdiebstahl (auch Identitätsmissbrauch genannt) ist die unbefugte Aneignung und Nutzung fremder Identitätsmerkmale wie Name, Geburtsdatum, Anschrift oder Passwörter. In Deutschland existiert hierfür keine eigenständige Strafvorschrift. Dennoch können Täter über verschiedene Tatbestände des Strafgesetzbuches zur Verantwortung gezogen werden, darunter das Ausspähen von Daten (§ 202a StGB), Abfangen von Daten (§ 202b StGB), Datenhehlerei (§ 202d StGB), Betrug (§ 263 StGB), Computerbetrug (§ 263a StGB), Urkundenfälschung (§ 267 StGB) sowie Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB).
Täter verschaffen sich Zugang zu Namen, Kontodaten, Kreditkartennummern oder Login-Daten, um auf Kosten des Opfers finanzielle Vorteile zu erlangen, Straftaten unter dessen Namen zu begehen oder dessen Ruf zu schädigen. Typische Tathandlungen umfassen das Aufgeben von Warenbestellungen, das Eröffnen von Bankkonten oder das Erstellen gefälschter Social-Media-Profile. Bei missbräuchlicher Verwendung personenbezogener Daten zur Nachstellung kann auch der sogenannte Stalking-Paragraf (§ 238 StGB) einschlägig sein.
Opfer eines Identitätsdiebstahls sollten umgehend Strafanzeige bei der Polizei erstatten und betroffene Konten sperren lassen. Neben der strafrechtlichen Verfolgung bestehen zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung und Schadensersatz, insbesondere wegen Verletzung des Namensrechts nach § 12 BGB und der Persönlichkeitsrechte. Die Kontaktaufnahme mit der Schufa zur Vermeidung negativer Einträge wird ebenfalls empfohlen.
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