
Danske Bank: Größter Geldwäscheskandal der Welt
Wie Dänemarks größte Bank über Jahre hinweg Kriminelle finanzierte
Der größte Geldwäscheskandal der Geschichte
Die Danske Bank geriet durch ihre estnische Filiale ins Zentrum des weltweit größten Geldwäsche-Falls. Das Buch "Beskidte milliarder" (Schmutzige Milliarden) der Autoren Simon Bendtsen, Eva Jung und Michael Lund erzählt die Geschichte, wie Dänemarks größte Bank über Jahre hinweg massive Geldströme aus kriminellen Quellen ermöglichte.
200 Milliarden Euro aus kriminellen Quellen
Zwischen 2007 und 2015 schleuste die estnische Filiale der Danske Bank etwa 1.500 Milliarden dänische Kronen (rund 200 Milliarden Euro) durch Konten von Kunden, die Verbindungen zu korrupten Politikern, Drogenkartelle, Waffenschmugglern und anderen Formen der Finanzkriminalität hatten. All diese Aktivitäten liefen ab, ohne dass die Bank die gesetzlich vorgeschriebenen Kunden- und Transaktionskontrollen durchführte.
Ignorierte Warnungen
Die Bank war zuvor gewarnt worden. Der Whistleblower Howard Wilkinson wandte sich mit seinen Bedenken über die Geldwäsche an die Bankleitung. Auch interne Revisionen wiesen auf die Probleme hin. Trotz dieser deutlichen Signale gingen die Aktivitäten weiter.
Explosive interne Untersuchung
Im Jahr 2018 kam eine interne juristische Untersuchung der Anwaltskanzlei Bruun & Hjejle zu einem vernichtenden Ergebnis: Sämtliche Kunden im Portfolio der Nicht-Residenten waren verdächtig. Das Ausmaß der Probleme ließ sich nun nicht mehr ignorieren.
Aufdeckung durch investigativen Journalismus
Öffentlich aufgedeckt wurde der Skandal 2017 und 2018 durch Recherchen der dänischen Zeitung Berlingske und der internationalen Organisation OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project). Die Enthüllungen lösten erhebliche rechtliche Konsequenzen für die Danske Bank aus.
Milliardenschwere Strafen
Die Konsequenzen waren drastisch: Im Dezember 2022 wurde die Danske Bank zu einer Geldstrafe von 3,5 Milliarden Kronen (etwa 470 Millionen Euro) wegen Verstößen gegen dänische Geldwäschegesetze verurteilt. Zusätzlich musste die Bank insgesamt 15,3 Milliarden Kronen (rund 2 Milliarden Euro) an amerikanische und dänische Behörden zahlen.
Ein Lehrstück über Systemversagen
"Beskidte milliarder" erschien 2018 im renommierten Gyldendal-Verlag und dokumentiert detailliert, wie eine der größten Finanzinstitutionen Europas zum Instrument der organisierten Kriminalität werden konnte. Das Buch gibt einen detaillierten Einblick in die Systemfehler, die es der Bankleitung ermöglichten, auch nach dem Bekanntwerden der Probleme weiterhin verdächtige Gelder einzusammeln.


