Der Goldene Handschuh: Fritz Honkas Verbrechen im Film
Fatih Akins brutales Porträt des Hamburger Serienmörders Fritz Honka
Zwischen 1970 und 1975 mordete Fritz Honka im Hamburger Stadtteil St. Pauli mindestens vier Frauen – ein Fall, der zu den beunruhigendsten Serienmordfällen der deutschen Kriminalgeschichte zählt. Regisseur Fatih Akin hat diese Geschichte 2019 in einem schonungslosen Spielfilm verarbeitet, der auf dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk basiert und bei der Berlinale gefeiert wurde.
Ein einsamer Alkoholiker auf Beutezug
Fritz Honka lebte ein trostloses Dasein am Rand der Gesellschaft. Als vereinsamter Alkoholiker frequentierte er die heruntergekommene Kneipe „Der Goldene Handschuh“ im Hamburger Hafenviertel – ein Ort, an dem sich Prostituierte, Obdachlose und Trinker trafen. Genau hier fand Honka seine Opfer: Frauen, die durch Armut, Alkoholismus und soziale Isolation besonders verletzlich waren.
Die Verbrechen blieben jahrelang unentdeckt. Honka tötete seine Opfer und versteckte die Leichenteile auf dem Dachboden seines Wohnhauses. Mehrere Jahre lang lebte er buchstäblich über den Überresten seiner Taten.
Entdeckung und Verhaftung 1975
Ers als Nachbarn 1975 Behörden wegen eines unerträglichen Geruchs aus Honkas Wohnung alarmierten, rollte die Polizei den Fall auf. Bei der Durchsuchung des Dachbodens stießen die Ermittler auf die sterblichen Überreste von mindestens vier Frauen. Honka wurde verhaftet und später verurteilt.
Der Fall erschütterte Hamburg und warf unbequeme Fragen über soziale Randgruppen auf – Menschen, deren Verschwinden lange niemandem aufgefallen war. Serienmörder Deutschland
Fatih Akins Film: Kompromisslos und kontrovers
Regisseur Fatih Akin wählte für seinen Film einen radikal realistischen Ansatz. „Der Goldene Handschuh“ zeigt ohne Beschönigung die düstere Schattenseite des Hamburgs der 1970er Jahre: Prostitution, Verwahrlosung, Armut und Gewalt prägen jeden Moment des Films. Diese grafische Darstellung sorgte bei der Berlinale 2019 für Diskussionen, machte den Film jedoch zugleich zu einem wichtigen zeitgeschichtlichen Dokument. True Crime Filme
Akin gelingt es, nicht nur das Porträt eines Mörders zu zeichnen, sondern auch das Milieu zu beleuchten, das solche Verbrechen ermöglichte – eine Gesellschaft, die ihre Schwächsten übersah. Die literarische Grundlage von Heinz Strunks preisgekröntem Roman verleiht dem Stoff zusätzliche Tiefe. Heinz Strunk
Ein Fall mit gesellschaftlicher Relevanz
„Der Goldene Handschuh“ ist mehr als ein True-Crime-Film. Er stellt unbequeme Fragen darüber, wessen Leben als schutzwürdig gilt – und wessen Verschwinden unbemerkt bleibt. Fritz Honkas Opfer waren Frauen, die die Gesellschaft längst abgeschrieben hatte. Ihr Schicksal verdient Erinnerung.


