Fritz Honka – Serienmörder im Hamburger St. Pauli-Viertel
Der „Frauenmörder von der Zeißstraße
Veröffentlicht 7. Mai 2026

Der Hintergrund des Täters\n\nFritz Honka wurde am 31. Juli 1935 als Karl-Heinz Honka in Leipzig während der NS-Zeit geboren. Seine Kindheit war geprägt von Gewalt und Vernachlässigung. Der Vater war Alkoholiker und misshandelte die Familie – Erfahrungen, die Honkas Psyche lebenslang beeinflussen sollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg floh die Familie in den Westen Deutschlands.\n\nHonka wuchs als marginalisierter und einsamer Mann mit erheblichen sozialen Problemen auf. Nach mehreren Operationen entwickelte er ein entstelltes Gesicht und wurde zum Opfer von Mobbing. Als Erwachsener arbeitete er als Nachtwächter, verfiel jedoch schnell dem Alkohol. Sein Leben konzentrierte sich auf die billigen Kneipen und Spelunken im St. Pauli-Viertel, besonders rund um die berühmte Reeperbahn.\n\nDer kleine, verwahrloste Mann mit den schiefen Gesichtszügen wurde Stammgast im Elbschlosskeller und anderen Wirtshäusern, wo er die Gesellschaft sozial benachteiligter Frauen suchte – Prostituierte, Alkoholikerinnen und Obdachlose.\n\n## Die Morde in St. Pauli\n\nZwischen 1970 und 1975 beging Fritz Honka mindestens vier Morde an Frauen, die er in den Kneipen rund um St. Pauli kennengelernt hatte. Seine Opfer waren alle sozial marginalisierte Frauen im Alter zwischen 40 und 57 Jahren, die von der Gesellschaft weitgehend vergessen worden waren. Sie waren perfekte Opfer für einen [INTERN LINK: Serienmörder], weil niemand sie wirklich vermisste.\n\nHonka lockte die Frauen mit Versprechungen von mehr Alkohol und Gesellschaft in seine kleine Wohnung in der Zeißstraße 74 im Stadtteil Ottensen. Dort erwürgte er sie während oder nach sexuellen Handlungen. Die Methode war primitiv – er benutzte seine bloßen Hände oder Strumpfbänder, um seine Opfer zu erdrosseln.\n\nNach den Morden zerstückelte er die Leichen mit einer Säge und Messern in seinem Badezimmer. Die Körperteile wickelte er in Plastiktüten und versteckte sie auf dem Dachboden direkt über seiner Wohnung. Die Köpfe enthaarte er und bewahrte sie gesondert auf. Der Gestank in dem Gebäude war überwältigend, doch die Nachbarn schrieben ihn Honkas mangelnder Hygiene und seinem exzessiven Rauchen zu.\n\n## Die Entdeckung\n\nAm 17. Juli 1975 brach in dem Gebäude in der Zeißstraße 74 ein Brand aus. Als die Feuerwehr ausrückte und das Haus durchsuchte, machten die Einsatzkräfte auf dem Dachboden einen grauenhaften Fund: Überreste von drei Frauen, in Plastik eingewickelt und zwischen alten Möbeln und Gerümpel versteckt.\n\nDie Polizei identifizierte schnell Fritz Honka, der selbst bei den Löscharbeiten anwesend gewesen war. Er wurde festgenommen und gestand kurz darauf die Morde. Während der Verhöre berichtete er mit einer kalten Gleichgültigkeit über seine Verbrechen, die die Ermittler schockierte.\n\nDie Opfer wurden als Gertrude Bräuer (verschwunden 1970), Anna Beuschel (verschwunden 1974), Frieda Roblick (verschwunden 1974) und Ruth Schult (verschwunden 1975) identifiziert. Alle waren Alkoholikerinnen und Prostituierte aus dem St. Pauli-Milieu.\n\n## Der Prozess und das Urteil\n\nFritz Honka wurde 1976 vor Gericht gestellt in einem [INTERN LINK: Prozess], der große mediale Aufmerksamkeit in Deutschland erregte. Er wurde wegen vierfachen Mordes sowie Störung der Totenruhe angeklagt. Während der Verhandlung wirkte er kalt und gefühllos und zeigte kaum Reue.\n\nGerichtspsychiater untersuchten Honka und kamen zu dem Schluss, dass er zwar unter Persönlichkeitsstörungen und Alkoholismus litt, aber zurechnungsfähig war und wusste, was er tat. Er wurde in allen vier Fällen des Mordes für schuldig befunden.\n\nAm 10. Dezember 1976 wurde Fritz Honka zu 15 Jahren Haft verurteilt – eine Strafe, die angesichts der Schwere seiner Verbrechen von vielen als zu milde empfunden wurde. Das Gericht berücksichtigte jedoch seine schwierige Kindheit und seine psychischen Probleme als mildernde Umstände.\n\n## Nach der Haft\n\nNach Verbüßung seiner vollen Strafe wurde Honka 1993 aus der Haft entlassen. Er verbrachte seine letzten Jahre in einem Pflegeheim, wo er am 19. Oktober 1998 im Alter von 63 Jahren starb.\n\nDer Fall Fritz Honka wurde 2019 durch den Film „Der Goldene Handschuh
Zeitlinie
Erster Mord im Dezember 1970 begangen
Fritz Honka begeht im Dezember 1970 den ersten der dokumentierten Morde im Zusammenhang mit dem Gebiet St. Pauli/Altona-Ottensen in Hamburg.
Brand deckt Leichenteile in der Zeißstraße 74 auf
Am 17. Juli 1975 bricht in dem Gebäude ein Brand aus. Feuerwehrleute finden menschliche Überreste, versteckt in Honkas Wohnung und auf dem Dachboden. Fritz Honka wird festgenommen.
Urteil vor dem Landgericht Hamburg verkündet
Am 20. Dezember 1976 wird Fritz Honka wegen eines Mordes und dreier Fälle von Totschlag verurteilt. Die Strafe lautet auf 15 Jahre Haft und Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.
Fritz Honka stirbt in Hamburg-Langenhorn
Fritz Honka verstirbt am 19. Oktober 1998 in Hamburg-Langenhorn.
Medienberichterstattung
Documentaries
- Der Goldene Handschuh: Fritz Honkas Verbrechen im Film(2026)
- Der goldene Handschuh — Fatih Akins verstörender Honka-Film(2026)
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