
Meisterfälscher tötete zwei Menschen mit Bomben
Mark Hofmann fertigte gefälschte Dokumente der Mormonenkirche – als sein Betrug aufzufliegen drohte, griff er zur tödlichsten Lösung
Mark Hofmann, 1954 in Salt Lake City in eine mormonische Familie geboren, wurde zum wohl geschicktesten Dokumentenfälscher der Geschichte. Er stellte gefälschte Unterlagen im Zusammenhang mit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage her – darunter das berühmte „Salamander Letter“ und das „Anthon Transcript“. Als sein Betrug aufzufliegen drohte, schreckte Hofmann auch vor Gewalt nicht zurück.
Bombenanschläge an zwei Tagen
Am 15. Oktober 1985 explodierte die erste Bombe. Opfer war Steven Christensen, der einige von Hofmanns Fälschungen gekauft hatte und dabei war, den Betrug aufzudecken. Die selbst gebaute Bombe war mit Nägeln bestückt, um maximalen Schaden anzurichten. Noch am selben Tag detonierte eine zweite Bombe und tötete Kathy Sheets, deren Ehemann Gary Sheets ebenfalls von Hofmann bedroht worden war.
Am 16. Oktober 1985 explodierte eine dritte Bombe – diesmal in Hofmanns eigenem Auto. Die schweren Verletzungen, die er dabei erlitt, machten ihn zum Verdächtigen. Die Polizei brachte alle drei Anschläge miteinander in Verbindung und verhaftete Hofmann im Januar 1986.
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Urteil: „Niemals zu entlassen“
1987 bekannte sich Hofmann in zwei Fällen des Mordes zweiten Grades schuldig. Er wurde zu einer Strafe von fünf Jahren bis lebenslänglich verurteilt, mit der ausdrücklichen Empfehlung, ihn niemals freizulassen. Experten beschrieben ihn als „zweifellos den geschicktesten Fälscher, den dieses Land je gesehen hat“. Seine Fälschungen waren so überzeugend, dass Forscher noch 2010 neue gefälschte Dokumente aus seiner Hand entdeckten.
Netflix beleuchtet den Fall
Die dreiteilige Netflix-Dokumentarserie „Murder Among the Mormons“ (Premiere: 3. März 2021) untersucht den Fall unter der Leitung von Executive Producer Joe Berlinger. Die Serie erhielt auf Rotten Tomatoes eine Bewertung von 88 % und beleuchtet nicht nur die Verbrechen selbst, sondern auch das religiöse und wirtschaftliche Umfeld, das Hofmanns Betrug erst möglich machte – sowie die Folgen für die Kirche und ihr Umfeld.

