Serie2017

World's Most Evil Killers: Die dunkelste Anthologie des True Crime

Neun Episoden, neun Täter – die britisch-amerikanische Doku-Serie beleuchtet Fälle von Jeffrey Dahmer bis Randy Kraft

★ IMDb 7,1Streamt auf Tubi, Samsung TV Plus, The Roku Channel, Plex
Regie/Produktion
Lloyd Thompson, Nick Mavroidakis

Fakten

TitelWorld's Most Evil Killers
Jahr2017
GenreTrue Crime, Dokumentar-Anthologie
ProduktionFilmRise (britisch-amerikanisch)
RegieLloyd Thompson, Nick Mavroidakis

Worum geht es in der Serie?

World's Most Evil Killers ist eine britisch-amerikanische Anthologie-Serie aus dem Jahr 2017, die in neun Episoden einige der berüchtigtsten und erschreckendsten Verbrecher der Geschichte vorstellt. Anders als viele True-Crime-Dokumentationen konzentriert sich die Serie nicht auf einen einzigen Fall, sondern funktioniert als eine Art dunkle Galerie menschlicher Abgründe – vom stillen, methodischen Serienmörder bis zum spontan agierenden Spree-Killer. Jede Episode untersucht einen Täter im Detail und stützt sich auf Interviews mit Ermittlern, Journalisten, Überlebenden und Angehörigen, die den Fällen nahestanden.

Produziert wurde die Serie von FilmRise unter der Regie von Lloyd Thompson und Nick Mavroidakis. Sie ist kostenlos auf Streaming-Diensten wie Tubi, Plex, The Roku Channel und Samsung TV Plus verfügbar – was ihr ein breites internationales Publikum gesichert hat.

Die Täter im Überblick

Die Serie deckt ein beeindruckendes Spektrum an kriminellen Profilen ab, das sich über Jahrzehnte und Kontinente erstreckt.

Randy Kraft gehört zu den am ausführlichsten porträtierten Tätern der Serie. Laut Ermittlern und Gerichtsakten arbeitete Kraft in der Rüstungsindustrie als Computerexperte und wirkte nach außen hin als redegewandter und funktionierender Bürger. Hinter dieser Fassade verbarg sich ein kaltblütig kalkulierender Mörder, der zwischen 1969 und 1983 junge Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren in Kalifornien und Michigan entführte, sexuell missbrauchte und tötete. Er wurde in 16 Fällen für schuldig befunden, die Ermittler verdächtigten ihn jedoch in mehr als 60 Fällen. 1983 stoppte ihn die kalifornische Polizei bei einer Routinekontrolle und fand eine Leiche auf dem Beifahrersitz. 1989 verurteilte ihn eine Jury in allen 16 Anklagepunkten zum Tod. Randy Kraft sitzt bis heute im Todestrakt des San Quentin State Prison.

Jeffrey Dahmer, der „Kannibale von Milwaukee“, ermordete zwischen 1978 und 1991 in Wisconsin und Ohio 17 Männer und Jungen. Seine Verbrechen umfassten Nekrophilie, Kannibalismus und die Aufbewahrung menschlicher Körperteile. Er wurde 1991 verhaftet und zu 15-mal lebenslanger Haft verurteilt, bevor er 1994 von einem Mitgefangenen getötet wurde. Jeffrey Dahmer

Richard Ramirez, der „Nacht-Stalker“, terrorisierte Mitte der 1980er-Jahre Südkalifornien mit 13 bestätigten Morden sowie zahlreichen Vergewaltigungen und Überfällen. Er wurde 1989 zum Tod verurteilt und starb 2013 im Gefängnis eines natürlichen Todes. Richard Ramirez

Cary Stayner, der „Yosemite-Mörder“, tötete 1999 vier Frauen in der Nähe des Yosemite-Nationalparks in Kalifornien. Er wurde zum Tod verurteilt und wartet noch auf seine Hinrichtung.

Leonard Lake und sein Mitttäter Charles Ng ermordeten 1985 auf einem abgelegenen Gehöft in Kalifornien mindestens 11 Menschen. Lake nahm sich bei seiner Festnahme selbst das Leben; Ng wurde erst 2024 hingerichtet.

Dorothea Puente betrieb ein Pflegeheim in Sacramento und begrub in den 1980er-Jahren neun ihrer Bewohner im Garten, um deren Rentenschecks weiter kassieren zu können. Sie wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 2011 hinter Gittern.

Fred und Rose West gelten als Großbritanniens wohl berüchtigtestes Mörderpaar. Sie töteten in den 1970er- und 1980er-Jahren mindestens 12 Frauen und Mädchen – darunter eigene Kinder – in und um ihr Haus in Gloucester. Fred West nahm sich 1995 in der Untersuchungshaft das Leben; Rose West wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ed Gein, der „Schlächter von Plainfield“, tötete in den 1950er-Jahren in Wisconsin zwei Frauen, erschütterte jedoch eine ganze Nation mit den grausigen Funden auf seinem Gehöft: ausgegrabene Leichen von lokalen Friedhöfen sowie menschliche Haut, die als Lampenschirme und Möbel verwendet wurde. Er inspirierte die Figuren Norman Bates und Hannibal Lecter.

Anthony Russell ist eine weniger bekannte Figur in der Serie. Russell war ein gewalttätiger Spree-Killer, der bei bewaffneten Raubüberfällen drei Morde beging und dabei konsequent Überwachungskameras beobachtete, um eine Identifizierung zu vermeiden. Eine groß angelegte Polizeijagd endete mit seiner Festnahme; die Jury benötigte lediglich 83 Minuten für ein Schuldurteil. Er wurde zum Tod verurteilt.

Produktion und Machart

Die Serie trägt die Handschrift einer klassischen, journalistischen Herangehensweise an das True-Crime-Genre. Regisseure Lloyd Thompson und Nick Mavroidakis haben die Episoden stark auf Erststimmen aufgebaut: frühere Detektive, die an den Fällen arbeiteten, Journalisten, die die Prozesse begleiteten, sowie in einzelnen Fällen Überlebende und Angehörige der Opfer. Archivaufnahmen aus Gerichtssälen, Rekonstruktionen und zeitgenössisches Nachrichtenmaterial ergänzen die Interviews und verleihen der Serie dokumentarisches Gewicht.

Jede Episode ist als eigenständige Erzählung aufgebaut, was es ermöglicht, die Serie in beliebiger Reihenfolge zu schauen. Das ist ein Vorteil für die Zugänglichkeit, bedeutet jedoch auch, dass die Serie kein übergeordnetes Bild davon zeichnet, was Menschen zu Serienmördern macht – der Fokus liegt konsequent auf den einzelnen Fällen.

Rezeption

Auf IMDb hat die Serie eine Bewertung von 7,2 von 10 Punkten erhalten, basierend auf 427 Nutzerstimmen – ein respektabler Wert innerhalb des True-Crime-Genres. Zuschauer loben besonders die tiefgehenden Interviews und die Fähigkeit der Serie, den Ermittlungsprozess menschlich darzustellen, ohne die Täter zu glorifizieren.

Kritiker haben jedoch zwei wiederkehrende Schwächen benannt: Zum einen neigt die Serie dazu, die grausamsten Details der Verbrechen zu sensationalisieren, anstatt konsequent die Opfer in den Mittelpunkt zu stellen. Zum anderen ist die Repräsentation der Opfer ungleichmäßig – manche Episoden geben Opfern und Angehörigen ausreichend Raum, während andere Episoden fast ausschließlich um den Täter kreisen. Das ist eine Kritik, die zunehmend das gesamte True-Crime-Genre trifft, und World's Most Evil Killers bildet da keine Ausnahme.

Keine größeren offiziellen Kontroversen wurden im Zusammenhang mit der Ausstrahlung der Serie gemeldet.

Die Fälle heute

Die meisten der in der Serie porträtierten Täter sind entweder verstorben oder sitzen noch immer in Haft. Randy Kraft befindet sich nach wie vor im Todestrakt von San Quentin – mehr als 35 Jahre nach seinem Urteil – in einem US-amerikanischen Rechtssystem, in dem die Todesstrafe in Kalifornien in der Praxis selten vollstreckt wird. Rose West verbüßt ihre lebenslange Haftstrafe in Großbritannien und wurde mehrfach mit einem Antrag auf Bewährung abgewiesen.

Die Serie hat im Zuge des globalen Booms des True-Crime-Interesses ein neues und größeres Publikum gefunden. Sie ist heute auf mehreren Streaming-Diensten kostenlos verfügbar, sodass neue Generationen fortlaufend auf diese Fälle stoßen – und sich vielleicht erstmals der Frage stellen: Was treibt einen Menschen dazu, solche Taten zu begehen?

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