
Auf Olof Palmes Spuren: Stockholms erschreckendste True-Crime-Tour
Es war 23:21 Uhr am 28. Februar 1986, als Olof Palme, Schwedens Ministerpräsident, an der Ecke Sveavägen und Tunnelgatan im Herzen Stockholms erschossen wurde — vor 25 Zeugen auf einer der belebtesten Straßen der Stadt. Der Mord erschütterte nicht nur Schweden, sondern die ganze Welt, und die Ermittlungen entwickelten sich zur größten Polizeiermittlung in der Geschichte der Menschheit. Der Täter wurde bis heute nie endgültig identifiziert.
Ein Spaziergang entlang der genauen Route des Mordes
Der Walking-Tour „The PM has been shot! Olof Palme's last walk" nimmt Sie mit vom Beginn von Palmes letztem Abend bis zu dem Moment, der Skandinaviens politische Geschichte für immer veränderte. Die Tour beginnt vor dem Bürogebäude der Sozialdemokraten am Sveavägen 68 — eine unscheinbare Fassade, die ihre historische Schwere hinter einem alltäglichen Äußeren verbirgt.
Von dort folgen Sie der Route, die Palme und seine Frau Lisbeth an jenem Abend gingen, bevor das Unfassbare geschah. An der Ecke Sveavägen und Tunnelgatan kann man noch heute die Stelle sehen, wo der Ministerpräsident von einer einzigen Kugel getroffen wurde und noch am Tatort starb. Lisbeth Palme wurde in den Rücken getroffen, überlebte jedoch. An jenem Abend standen 25 Zeugen auf der Straße — dennoch gelang es dem Mörder zu verschwinden.
Das Vermächtnis des Mordes und die unscheinbare Gasse
Eines der eindringlichsten Elemente der Tour ist, dass man die Fluchtroute des Mörders selbst abgehen kann. Vom Tatort verschwand der unbekannte Täter die Treppen hinauf in die dunkle Tunnelgatan-Gasse — eine schmale, schattige Passage, die noch heute wie eine offene Wunde im Stadtbild wirkt. Der Guide führt einen Schritt für Schritt denselben Weg entlang, während sich die Geschichte der verzweifelten, aber erfolglosen Jagd der Polizei entfaltet.
Die Ermittlungen zogen sich über Jahrzehnte hin. Ein Mann namens Christer Pettersson wurde 1989 zu lebenslanger Haft verurteilt, im selben Jahr jedoch in der Berufung freigesprochen. Im Jahr 2020 schloss die Staatsanwaltschaft den Fall mit einem namentlich genannten Verdächtigen, der jedoch bereits verstorben war — ohne dass es zu einem rechtlichen Ergebnis kam. Der Mord an Olof Palme ist technisch gesehen bis heute ungelöst.
Die Tour endet am Engelbrektsplan beim Humlegårdens Park, und der Guide bietet die Möglichkeit, der Gruppe weiter zur U-Bahn-Station Östermalmstorg zu folgen. Die Tour dauert ein bis zwei Stunden und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse — nur den Willen, Stockholm von seiner dunkelsten Seite zu erleben.
Mehr Stockholm True Crime: Hexenverbrennungen, Bankraube und Stieg Larsson
Sollte der Palme-Mord nicht genug sein: Stockholm ist eine Stadt mit überraschend vielen Schichten an Kriminalgeschichte. Über Viators Angebot an Stockholm Walking Tours findet man auch selbstgeführte Audiotouren, die in die Hexenverfolgungen von 1676 eintauchen, bei denen Malin Matsdotter lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde — eine der dunkelsten Episoden der dänisch-nordischen Rechtsgeschichte.
In Gamla Stan bieten laternenbeleuchtete Abendtouren Geschichten über Pest, Hinrichtungen und Morde aus dem mittelalterlichen Stockholm, während Stieg Larssons Millennium-Trilogie Anlass für eine eigens gewidmete Tour im Stadtviertel Södermalm gegeben hat, mit Besuchen an 16 Orten aus den Büchern — ein Muss für Fans von Lisbeth Salander.
Für alle, die tiefer in die Ermittlungen zum Palme-Mord und andere schwedische Verbrechen eintauchen möchten, deckt Sweden History Tours' selbstgeführte Tour „Stockholmsmord — True Crime" auch das Norrmalmstorg-Drama ab — jenen Bankgeiselfall, der der Welt 1973 den Begriff *Stockholm-Syndrom* bescherte.
Praktische Informationen
DetailInfoTreffpunktSveavägen 68, StockholmDauer1–2 StundenPreisAnfrage beim VeranstalterBuchungÜber die TripAdvisor-ProduktseitePflegestatusAls aktiv für 2026 bestätigt
Die Tour erfordert keine Vorkenntnisse zu dem Fall — der Guide führt einen von Grund auf durch die Ereignisse. Gutes Schuhwerk empfiehlt sich, und man sollte darauf gefasst sein, dass Stockholm nie wieder ganz gleich aussieht, nachdem man jene Route abgegangen ist, die eine Mörderflucht in jener kalten Februarnacht des Jahres 1986 hinterlassen hat.
