ABC-Killer Moses Sithole: 38 Morde und 2.410 Jahre Haft
Der südafrikanische Serienmörder lockte arbeitslose Frauen mit falschen Jobversprechen in den Tod
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Fakten
Moses Sithole ermordete zwischen August 1994 und November 1995 mindestens 38 Frauen und ein Kind in mehreren südafrikanischen Städten. Der als ABC-Killer bekannte Serienmörder wurde am 5. November 1995 verhaftet und später zu einer der längsten Haftstrafen in der südafrikanischen Rechtsgeschichte verurteilt: 2.410 Jahre Gefängnis.
Perfide Masche: Falsche Hilfe als Todesurteil
Sithole perfektionierte eine besonders perfide Vorgehensweise. Er gab sich als Leiter einer Hilfsorganisation oder NGO aus und nutzte diesen Vorwand, um seine Opfer anzulocken. Seine Ziele waren hauptsächlich arbeitslose schwarze Frauen, die verzweifelt nach Arbeit suchten.
Der Serienmörder versprach ihnen Jobs – Versprechen, die er nie einzulösen gedachte. Stattdessen wurden die Frauen und mindestens ein Kind brutal überfallen, vergewaltigt und ermordet. Sithole strangulierte seine Opfer häufig mit ihrer eigenen Unterwäsche – ein besonders grausamer Modus Operandi, der die Verbrechen noch schockierender machte.
Zeitlinie
Erste bekannte Straftat begangen
Am 16. Juli 1994 wird die erste Straftat in der Reihe von Morden, Vergewaltigungen und Raubüberfällen begangen, die später Moses Sithole in Gauteng, Südafrika, zugeschrieben werden.
Letzte bekannte Straftat der Serie
Am 6. November 1995 wird die letzte bekannte Straftat in dem Zeitraum begangen, den die Anklageschrift gegen Moses Sithole umfasst.
Prozess beginnt in Brakpan
Im Oktober 1996 beginnt der Prozess gegen Moses Sithole vor dem Gericht in Brakpan, östlich von Johannesburg. Die Sache umfasst 38 Morde, 40 Vergewaltigungen und 6 Raubüberfälle.
Schuldspruch in allen Anklagepunkten
Am 4. Dezember 1997 wird Moses Sithole vor dem Gericht in Brakpan in sämtlichen Anklagepunkten für schuldig befunden: 38 Morde, 40 Vergewaltigungen und 6 Raubüberfälle.
Urteil: 2.410 Jahre Haft
Am 5. Dezember 1997 verurteilt Richter David Carlewis Moses Sithole zu 2.410 Jahren Haft — eine der längsten Freiheitsstrafen in der südafrikanischen Rechtsgeschichte.
Terror in mehreren Städten
Die Taten ereigneten sich an verschiedenen Orten in Südafrika. Atteridgeville, Boksburg, Cleveland, Johannesburg und Pretoria wurden alle zu Schauplätzen dieser schrecklichen Verbrechen. Die geografische Streuung erschwerte zunächst die Ermittlungen und verstärkte die Angst in der Bevölkerung.
Unter den identifizierten Opfern war Nomusa Mkhize. Insgesamt wurden mindestens 38 Frauen und ein Kind getötet. Die Opferzahl unterstreicht das Ausmaß von Sitholes Terror – jedes Verbrechen ein Ausdruck derselben kalten Berechnung und Grausamkeit.
Die Überlebende, die zum Durchbruch führte
Das entscheidende Ermittlungsergebnis kam durch eine Überlebende zustande. Es gelang ihr, zu entkommen, und ihre Aussage wurde für die Polizei zum Schlüssel. Die Informationen, die sie liefern konnte, führten direkt zur Verhaftung Sitholes am 5. November 1995 – nach fast 15 Monaten voller Morde und Überfälle.
Ohne den Mut und die Aussage dieser Frau hätte die Mordserie möglicherweise noch länger angedauert. Ihr Zeugnis war ausschlaggebend dafür, einen der schlimmsten Serienmörder Südafrikas hinter Gitter zu bringen.
Historisches Strafmaß
Am 1. Januar 1997 wurde Moses Sithole wegen Mordes und Vergewaltigung schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte ihn zu 2.410 Jahren Haft – mit einer Mindestverbüßungsdauer von 930 Jahren, bevor er überhaupt eine Entlassung beantragen könnte.
Diese Strafe gehört zu den längsten in der südafrikanischen Justizgeschichte und spiegelt sowohl die Vielzahl der Verbrechen als auch deren extreme Brutalität wider. Das Urteil sendete ein klares Signal: Solche Gräueltaten würden mit der vollen Härte des Gesetzes geahndet.
Hinter Gittern bis zum Lebensende
Sithole verbüßt seine Strafe im Mangaung Correctional Centre (CAMAX) in Bloemfontein, Südafrika. Angesichts der Länge seiner Haftstrafe wird er dort mit Sicherheit den Rest seines Lebens verbringen.
Bleibende Narben in der Gesellschaft
Der Fall des ABC-Killers hinterließ tiefe Spuren in der südafrikanischen Gesellschaft. Die Verbrechen trafen besonders hart die marginalisierten Frauen, deren Verletzlichkeit von einem Mann ausgenutzt wurde, der vorgab, ihnen helfen zu wollen.
Der Fall wurde symbolisch für das Böse, das sich hinter scheinbarer Wohltätigkeit verbergen kann, und für die immense Bedeutung, die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft zu schützen. Die Opfer von Moses Sithole waren Menschen, die auf der Suche nach einer Chance waren – und stattdessen einem Raubtier in den Weg liefen, der ihre Hoffnungen zur Falle machte.
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