Der Maadi-Angreifer: Klingenangriffe in Kairo
Ein ägyptischer Mann mit militärischem Hintergrund griff neun Frauen mit einer Rasierklinge an — und wurde zunächst zu 45 Jahren Haft verurteilt.
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Fakten
Im Februar 2009 wurde Mahmoud Al-Sayed in Kairo festgenommen, nachdem er neun Frauen in mehreren Stadtteilen mit einer Rasierklinge angegriffen hatte. Der Fall erlangte nationale und internationale Aufmerksamkeit — nicht zuletzt, weil er die Schwere systematischer sexueller Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum und die rechtlichen Hürden bei der Strafverfolgung solcher Taten eindrücklich vor Augen führte.
Hintergrund und Medienbezeichnung
Die Medien bezeichneten den Täter als „Maadi-Mörder“ oder „Maadi-Angreifer“. Die Bezeichnung „Mörder“ ist irreführend: Keines der neun Opfer kam ums Leben. Dennoch spiegelt die drastische Medienbenennung die Angst und das Trauma wider, die die Angriffe in den betroffenen Stadtvierteln Kairos auslösten.
Der Täter wird in internationalen Medien unter verschiedenen Namensschreibweisen geführt — Mahmoud Al-Sayed, Mohamed Mostafa Sayed und Mohamed Mostafa Mahmoud El-Sayed. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um dieselbe Person; eine eindeutig kanonische Schreibweise lässt sich quellenübergreifend nicht belegen. Im Folgenden wird die in englischsprachigen Quellen am häufigsten verwendete Kurzform genutzt: Mahmoud Al-Sayed. Er wird als junger ägyptischer Mann mit militärischem Hintergrund beschrieben; in einer Quelle wird er zusätzlich als Friseurgehilfe bezeichnet.
Zeitlinie
Festnahme nach neuntem Angriff
Mahmoud Al-Sayed wird im Februar 2009 im Zusammenhang mit seinem neunten Angriff auf eine Frau im Raum Kairo festgenommen, wodurch die Angriffsserie beendet wird.
Cairo Criminal Court verhängt 45 Jahre Haft
Das Cairo Criminal Court verkündet das Urteil in dem Fall und verhängt gegen den Täter 45 Jahre Haft — eine der härtesten Strafen für ein Sexualverbrechen in der ägyptischen Rechtsgeschichte zu diesem Zeitpunkt.
Berufungsgericht hebt Urteil auf — verweist zurück
Ein ägyptisches Berufungsgericht hebt das ursprüngliche Urteil von 45 Jahren auf und verweist den Fall zurück. Ein Kriminalgericht verurteilt Mahmoud Al-Sayed daraufhin zu 5 Jahren Haft, was eine öffentliche Debatte auslöst.
Die Taten
Die Angriffe ereigneten sich in Kairo, vorwiegend im südlichen und vergleichsweise wohlhabenden Stadtteil Maadi, aber auch in Rod El Farag und Basateen — eine geografische Streuung, die darauf hindeutet, dass der Täter sich durch die Stadt bewegte. Insgesamt neun Frauen wurden angegriffen.
Die Vorgehensweise war stets dieselbe: Al-Sayed suchte Frauen auf, attackierte sie mit einem scharfen Gegenstand — einer Rasierklinge oder Ähnlichem —, schnitt ihre Kleidung auf und fügte ihnen Verletzungen zu, während er die Opfer sexuell belästigte und angriff. Zwei Opfer werden in der Medienberichterstattung mit Vornamen genannt. Ihre vollständigen Namen sowie weitere personenidentifizierende Angaben werden hier nicht veröffentlicht.
Die systematische Natur der Taten — dieselbe Methode, neun Opfer — wies auf einen Serienstraftäter hin und zog die volle Aufmerksamkeit der ägyptischen Polizei auf sich.
Festnahme und Ermittlungen
Der genaue Verlauf der Ermittlungen ist auf Basis der verifizierten Quellen nicht vollständig dokumentiert. Gesichert ist, dass Al-Sayed im Februar 2009 im Zusammenhang mit seinem neunten Angriff festgenommen wurde. Die Festnahme beendete die Angriffsserie und bildete die Grundlage für das anschließende Strafverfahren vor ägyptischen Gerichten.
Über den Fall berichteten unter anderem die Daily News Egypt unter der Überschrift „Maadi serial killer gets 45 years in prison“ sowie die Los Angeles Times, die über die internationale Aufmerksamkeit für das Urteil informierte.
Urteil und Berufung
Der Cairo Criminal Court verurteilte Mahmoud Al-Sayed zu 45 Jahren Haft. Das Urteil galt im ägyptischen Kontext als bemerkenswert und wurde vielfach als Signal gewertet, dass Sexualstraftaten gegen Frauen mit harten Strafen geahndet würden. Die Los Angeles Times ordnete den Fall in eine breitere gesellschaftliche Debatte über sexuelle Belästigung und Gewalt in Ägypten ein.
Das Urteil hatte jedoch keinen Bestand. Ein Berufungsgericht hob die Entscheidung auf und verwies die Sache zurück an ein Strafgericht. Dieses verurteilte Al-Sayed zu 5 Jahren Haft — eine drastische Reduzierung gegenüber den ursprünglichen 45 Jahren. Diese Entwicklung wurde von Ahram Online dokumentiert und löste erneut eine öffentliche Debatte über den Umgang des ägyptischen Rechtssystems mit sexueller Gewalt gegen Frauen aus.
Frauenrechtsaktivistinnen und Kommentatoren kritisierten die Strafreduzierung als Rückschritt und als Zeichen dafür, dass das System Frauen nicht ausreichend vor sexueller Gewalt schütze. Der Fall wurde so nicht nur zu einem Strafverfahren, sondern zu einem Brennpunkt der öffentlichen Debatte in Ägypten.
Stand der Dinge
Auf Grundlage der verfügbaren verifizierten Quellen lässt sich festhalten, dass Mahmoud Al-Sayed nach dem Berufungsurteil zu 5 Jahren Haft verurteilt wurde. Zu möglichen weiteren Rechtsmitteln, einem Entlassungsdatum oder seiner aktuellen Situation liegen keine verifizierten Informationen vor.
Der Fall des „Maadi-Angreifers“ gilt heute als dokumentiertes Beispiel für serielle Sexualangriffe in einem städtischen ägyptischen Umfeld — und für die juristischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die in dessen Folge sichtbar wurden.
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