Fallakte

Der Prophet aus Kullen: Familientragödie in Utah

Wie die Sekte um Immanuel David 1978 acht Menschen in den Tod riss

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A dusty karate studio in 1970s Utah, worn mats and a wooden sign for martial arts classes hint at the cult's financial foundation under Immanuel David's influence.
BEWEIS

Fakten

TäterImmanuel David and Rachel David
OpferThe family's children (exact number disputed – KrimiNyt has chosen not to publish it)
TatortEmigration Canyon and downtown Salt Lake City, Utah, USA
TatzeitpunktJuly 31, 1978 and August 3, 1978
DeliktMurder–suicide and investigated fraud

Der selbsternannte Gott von Utah

Am 31. Juli 1978 nahm sich Charles Bruce Longo, der sich Immanuel David nannte und behauptete, Gott selbst zu sein, im Emigration Canyon bei Salt Lake City das Leben. Der FBI stand kurz davor, ihn wegen Betrugs und Steuerhinterziehung anzuklagen. Doch die Tragödie war damit nicht beendet – sie hatte gerade erst begonnen.

In den 1970er Jahren hatte Longo eine kleine Sekte um sich geschart, die eine Mischung aus Mormonentum und seinen eigenen religiösen Ideen praktizierte. Hinter der spirituellen Fassade verbarg sich jedoch systematischer Betrug, dem das FBI auf der Spur war.

Exkommunikation und kriminelle Machenschaften

Im Juni 1969 wurde David von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – der LDS-Kirche, auch bekannt als Mormonenkirche – wegen ketzerischer Lehren exkommuniziert. Das hielt ihn nicht auf. Seine kleine Kultsekte geriet wegen betrügerischer Spendensammlungen ins Visier der Ermittler.

Zeitlinie

31. Juli 1978

Immanuel David stirbt durch Suizid im Emigration Canyon

Am 31. Juli 1978 stirbt Sektenführer Immanuel David durch Kohlenmonoxidvergiftung in einem Lastwagen im Emigration Canyon bei Salt Lake City. Das FBI ermittelt zu diesem Zeitpunkt gegen ihn wegen Betrugs.

3. August 1978

Rachel David wirft Kinder von Hotelbalkon und springt selbst

Am 3. August 1978 wirft Rachel David die Kinder der Familie von einem Balkon im 11. Stock eines Hotels im Zentrum von Salt Lake City und springt anschließend selbst. Sie stirbt bei dem Vorfall.

Einige seiner Anhänger, darunter ein Mann namens Matthias David, gestanden später, im Rahmen der Gruppenaktivitäten elektronischen Betrug begangen zu haben. Die FBI-Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung und elektronischem Betrug verdichteten sich im Juli 1978.

Der Todessturz vom elften Stock

Drei Tage nach dem Suizid des Sektenführers ereignete sich das Unfassbare. Am 3. August 1978 brachte Rachal David, die Ehefrau von Immanuel David, mehrere ihrer Kinder auf den Balkon im elften Stock des International Dunes Hotel in Salt Lake City.

Was dann geschah, gehört zu den erschütterndsten Ereignissen der amerikanischen Kriminalgeschichte: Rachal David stieß mehrere ihrer Kinder über die Brüstung und überredete mindestens drei der älteren Kinder, selbst zu springen, bevor sie ihnen folgte.

Insgesamt starben in diesem schrecklichen Moment acht Menschen. Nur eine 15-jährige Tochter überlebte – nach einem Jahr im Krankenhaus. Die genauen Beweggründe von Rachal David sind nicht vollständig dokumentiert, doch die Tat wird eindeutig als Konsequenz der Sektenideologie gewertet.

Eine Sekte, die nicht sterben wollte

Die Kultsekte um Immanuel David starb nicht mit dem Tod ihrer Gründer. In den Jahren nach der Tragödie führten einige Mitglieder ihren Glauben fort. Noch in den 2000er Jahren gab es einzelne Anhänger, die Immanuel David weiterhin als Gott verehrten. Selbst der Massenmord von 1978 konnte den Glauben nicht zerstören, den die Sekte in ihre Mitglieder gepflanzt hatte.

Die Gefahren charismatischer Führer

Der Fall illustriert die Gefahren, die von charismatischen Anführern ausgehen, die religiöse Autorität mit Wirtschaftskriminalität verbinden. Er zeigt auch, wie Sekten eine derart tiefe Kontrolle über die Psyche ihrer Mitglieder erlangen können, dass selbst Suizid und Kindermord zur Folge der Gruppenideologie werden.

Die Geschichte von Immanuel David wirft einen dunklen Schatten auf die Religionsgeschichte von Salt Lake City. Sie ist eine Warnung davor, was geschehen kann, wenn Macht, Spiritualität und Betrug miteinander verwoben werden – und wenn Menschen einem einzelnen Mann bedingungslos folgen, der behauptet, Gott zu sein.

Die Tragödie der David-Familie erinnert daran, wie wichtig kritisches Denken und der Schutz vor manipulativen Strukturen sind – besonders wenn es um das Leben von Kindern geht.

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