Der Schrei geraubt: Zweimal gestohlen in Oslo
Edvard Munchs Meisterwerk wurde 1994 und 2004 spektakulär entwendet
Veröffentlicht 6. Juni 2025
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Falldetails
Quick Facts
Edvard Munchs weltberühmtes Gemälde 'Der Schrei' war Ziel von zwei spektakulären Kunstraub-Fällen in Oslo – beide gehören zu den bedeutendsten Kunstdiebstählen der modernen Kriminalgeschichte.
Der erste Raub: Olympia-Kunstcoup 1994
Am 12. Februar 1994, während der Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele in Lillehammer, wurde 'Der Schrei' aus der Nasjonalgalleriet (Nationalgalerie) in Oslo gestohlen. Die Täter nutzten den Moment, als die Aufmerksamkeit der Welt auf das Sportereignis gerichtet war.
Die Diebe forderten ein Lösegeld von einer Million US-Dollar für die Rückgabe des Werkes. Durch internationale Polizeiarbeit gelang es jedoch, das Gemälde wiederzufinden. Das Kunstwerk wurde mit nur geringfügigen Schäden zurückgegeben – ein bemerkenswerter Erfolg angesichts des drohenden permanenten Verlusts für die Kunstgeschichte.
Zeitlinie
Erster Diebstahl während Olympia
Während der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Lillehammer wird 'Der Schrei' aus der Nasjonalgalleriet in Oslo gestohlen. Lösegeld: 1 Million USD.
Erste Wiederbeschaffung
Das Gemälde wird durch internationale Polizeiarbeit mit nur geringen Schäden wiedergefunden und zurückgegeben.
Zweiter Raub im Munch-Museum
Bewaffnete Täter stehlen 'Der Schrei' und 'Madonna' bei einem Überfall auf das Munch-Museum in Oslo am helllichten Tag.
Belohnung ausgelobt
Die Stadt Oslo setzt eine Belohnung von 2 Millionen norwegischen Kronen für Hinweise aus. Das Museum wird für Sicherheitsupgrades geschlossen.
Zweite Wiederbeschaffung
Nach fast zwei Jahren werden beide gestohlenen Werke wiedergefunden und können dem Museum zurückgegeben werden.
Auktionsrekord in New York
Eine Pastellversion von 'Der Schrei' wird für 119,9 Millionen USD an Leon Black versteigert – damaliger Weltrekord.
Der zweite Raub: Bewaffneter Überfall 2004
Zehn Jahre später wurde 'Der Schrei' erneut zum Ziel von Kriminellen. Am 22. August 2004 stahlen bewaffnete Räuber das Gemälde bei einem Überfall auf das Munch-Museum in Oslo. Gleichzeitig erbeuteten sie ein weiteres bedeutendes Werk: 'Madonna'.
Die Situation war ernst. Die Stadt Oslo lobte eine Belohnung von zwei Millionen norwegischen Kronen (rund 200.000 Euro) für die Wiederbeschaffung der Kunstwerke aus. Das Munch-Museum blieb nach dem Überfall volle zehn Monate geschlossen, um die Sicherheitsmaßnahmen grundlegend zu verbessern.
Wiederfund und Folgen
Am 31. August 2006 – fast zwei Jahre nach dem zweiten Diebstahl – wurden sowohl 'Der Schrei' als auch 'Madonna' wiedergefunden. Die Werke konnten nach der langen Zeit des Verschwindens wieder dem Museum übergeben werden.
'Der Schrei' ist nicht nur als kunsthistorisches Meisterwerk von unschätzbarem Wert – es gehört auch zu den teuersten Kunstwerken der Welt. Eine in Privatbesitz befindliche Pastellversion wurde am 3. Mai 2012 bei einer Auktion in New York für 119.922.500 US-Dollar (umgerechnet etwa 110 Millionen Euro) an den amerikanischen Geschäftsmann Leon Black versteigert. Der Verkaufspreis stellte damals einen Weltrekord für Kunstwerke auf.
Ungeklärte Details
Trotz der erfolgreichen Wiederbeschaffung bleiben einige Details zu den Tätern und ihren Verurteilungen unklar. Die norwegischen Behörden haben zwar Festnahmen vorgenommen, doch die vollständigen Hintergründe beider Kunstraube sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.
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