Fallakte

The Axeman of New Orleans: Der Serienmörder und sein Jazz-Ultimatum

Er tötete mit der Axt, forderte Jazz um Leben zu verschonen und verschwand spurlos

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

An old jazz record player sits in a dimly lit New Orleans living room, its needle resting on a silent vinyl, surrounded by vintage furniture and scattered newspapers from 1919.
BEWEIS

Mai 1918: Der Axeman kommt – eine neue Serienmord-Signatur

Im Mai 1918 erschütterte eine Serie brutaler Angriffe die Stadt New Orleans und offenbarte einen neuen Serienmörder in Louisiana: den berüchtigten Axeman of New Orleans. Vom Frühjahr 1918 bis zum Herbst 1919 verbreitete dieser Axtmörder Tod und Schrecken in der sonst so lebendigen Stadt, die für ihren Jazz weltberühmt war. Seine Vorgehensweise war stets dieselbe: Er brach in Häuser ein, oft indem er ein Paneel der Hintertür entfernte, und griff seine Opfer mit einer Axt an – typischerweise mit einer, die den Opfern selbst gehörte. Die Motive hinter diesen gewalttätigen Taten blieben sowohl für die Polizei als auch für die Bürger der USA ein Rätsel. Theorien reichten von ethnischem Hass und möglicher sexueller Komponente bis hin zu einer bizarren Faszination für Musik. Bis heute ist The Axeman of New Orleans ein Ungelöster Fall in der amerikanischen Kriminalgeschichte.

23. Mai 1918: Das brutale Schicksal des Maggio-Paares

Der erste Angriff ereignete sich in der Nacht zum 23. Mai 1918, als der italienische Einwanderer und Kaufmann Joseph Maggio und seine Ehefrau Catherine Maggio in ihrem Zuhause brutal ermordet wurden. Joseph Maggio wurde mit einem Rasiermesser angegriffen – ein Fall von Messerstichen – während Catherine mehreren Axthieben zum Opfer fiel. Am Tatort fand die Polizei eine blutige Axt aus dem eigenen Haushalt des Paares. Es wurde festgestellt, dass der Täter offenbar nach dem Mord die Kleidung gewechselt hatte. Nichts deutete auf einen Raubüberfall hin, was einen erschreckenden Modus Operandi zementierte: Die Angriffe waren ausschließlich durch den Wunsch zu töten motiviert. Josephs Bruder Andrew Maggio wurde kurzzeitig verdächtigt, doch als weitere Angriffe folgten, wurden die Verdächtigungen gegen ihn und andere Familienmitglieder fallen gelassen.

Angriffe und Panik: Von Besumer bis zum Mord an Joseph Romano

Die Angriffe setzten sich in den folgenden Monaten fort. Am 27. Juni 1918 überlebten der Kaufmann Louis Besumer und seine Lebensgefährtin Anna Lowe einen ähnlichen Angriff. Im Krankenhaus stellte Anna Lowe die bizarre Behauptung auf, Besumer sei ein deutscher Spion – eine haltlose Anschuldigung, die die Panik illustrierte, die New Orleans erfasst hatte. Louis Besumer wurde kurzzeitig verhaftet, aber schnell wieder freigelassen. Am 10. August 1918 wurde der 71-jährige Joseph Romano in seinem Bett angegriffen. Seine Nichten fanden ihn tödlich verletzt. Eine blutige Axt lag im Garten, und eine der Nichten beschrieb den Täter als einen "schweren, dunklen Mann in dunkler Kleidung", was mit anderen spärlichen Zeugenaussagen übereinstimmte. Es wurde deutlich, dass viele Opfer italienischer Herkunft waren, was Theorien über ethnischen Hass als mögliches Motiv des Serienmörders nährte. Kriminologen haben später darauf hingewiesen, dass der Axeman oft Frauen als primäre Ziele hatte und Männer nur tötete, wenn sie ein Hindernis darstellten. Dies könnte auf sexuelle Sadismus-Komponenten oder andere sexuelle Untertöne hindeuten, obwohl dies nie bestätigt wurde.

Zeitlinie

23. Mai 1918

Erstes Opferpaar: Joseph und Catherine Maggio

Das italienische Ehepaar Maggio wird nachts brutal in seinem Zuhause ermordet. Joseph wird mit einem Rasiermesser angegriffen, Catherine wird mit einer Axt erschlagen. Die blutige Tatwaffe stammte aus dem Haushalt der Opfer.

27. Juni 1918

Angriff auf Louis Besumer und Anna Lowe

Der Kaufmann Louis Besumer und seine Freundin Anna Lowe überleben einen Angriff. Im Krankenhaus beschuldigt Lowe Besumer grundlos, ein deutscher Spion zu sein – ein Zeichen für die wachsende Panik in der Stadt.

10. August 1918

Mord an Joseph Romano

Der 71-jährige Joseph Romano wird tödlich verletzt in seinem Bett aufgefunden. Seine Nichten beschreiben den Täter als einen schweren, dunkelhaarigen Mann. Im Garten wird eine blutige Axt gefunden.

13. März 1919

Axemans „Höllenbrief“

Zeitungen erhalten einen Brief des mutmaßlichen Axeman, der sich selbst „Dämon aus der Hölle“ nennt und verspricht, all jene zu verschonen, die am 19. März ab 23:45 Uhr Jazz spielen.

19. März 1919

Jazznacht in New Orleans

Die ganze Stadt spielt Jazz, um dem Ultimatum des Axeman nachzukommen. Die Nacht verläuft ohne neue Angriffe, was die Legende um den mysteriösen Mörder verstärkt.

31. Oktober 1919

Ende der Mordserie

Nach Oktober 1919 hören die Angriffe abrupt auf. Die Identität des Axeman of New Orleans bleibt bis heute ungeklärt. Der Fall wird nie gelöst.

'Höllenbrief': Das Jazz-Ultimatum des Axeman im März 1919

Die bizarrste Wendung des Falls kam im März 1919, als mehrere Zeitungen Briefe erhielten, angeblich vom Axeman selbst. In dem auf den 13. März 1919 datierten Brief erklärte der Absender sich als "Dämon aus der Hölle" und versprach, jeden zu verschonen, der in der Nacht zum 19. März ab 23:45 Uhr Jazz zu Hause oder in Lokalen spielen würde. Dies löste ein stadtweites Jazz-Fieber aus. Tanzlokale waren überfüllt, und in zahllosen Privathaushalten wurde Jazz gespielt – aus Angst vor dem mysteriösen Unbekannter Täter. Die Nacht verlief ohne neue Angriffe, was die Legende des Axeman nur noch verstärkte. Der Brief enthielt auch eine Warnung: "Ich bin sehr fond of jazz music, and I swear by all the devils in the nether regions that every person shall be spared in whose home a jazz band is in full swing."

Das Ende der Mordserie und die ungeklärte Identität

Nach dem Oktober 1919 endeten die Angriffe ebenso plötzlich, wie sie begonnen hatten. Die Identität des Axeman of New Orleans wurde nie geklärt. Verschiedene Verdächtige wurden im Laufe der Ermittlungen befragt, darunter Joseph Mumfre, der angeblich von der Witwe eines Opfers erschossen wurde – doch diese Geschichte konnte nie vollständig verifiziert werden. Die wahren Motive des Täters – ob ethnischer Hass, sexuelle Perversion, psychische Störung oder eine Kombination davon – bleiben bis heute Spekulation. Der Fall des Axeman gehört zu den faszinierendsten ungeklärten Kriminalfällen der amerikanischen Geschichte und zeigt, wie ein einzelner Täter eine ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzen kann. Die Kombination aus brutaler Gewalt und bizarren Forderungen macht diesen Fall einzigartig in den Annalen der Serienmord-Geschichtsschreibung.

Zu diesem Fall fragen

Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNyt

Diesem Fall folgen

Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu The Axeman of New Orleans: Der Serienmörder und sein Jazz-Ultimatum erscheint oder ein Urteil fällt.

Diesen Beitrag teilen: