Trump in allen 34 Anklagepunkten schuldig gesprochen
Der frühere US-Präsident wurde im Mai 2024 wegen Urkundenfälschung verurteilt – als erstes ehemaliges Staatsoberhaupt der USA in einem Strafverfahren.
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Fakten
Donald Trump wurde am 30. Mai 2024 von einem Geschworenengericht in Manhattan in sämtlichen 34 Anklagepunkten wegen Urkundenfälschung und Betrugs für schuldig befunden. Der frühere US-Präsident ist damit der erste ehemalige Staatschef der Vereinigten Staaten, der in einem Strafverfahren verurteilt wurde – ein Präzedenzfall in der amerikanischen Geschichte.
Schweigegeldzahlung vor der Wahl 2016
Der Fall dreht sich um eine verdeckte Zahlung von 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels, die kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 geleistet wurde. Mit dem Geld sollte Daniels zum Schweigen über eine angebliche sexuelle Affäre mit Trump gebracht werden. Die Zahlung wurde von Trumps damaligem Anwalt Michael Cohen vorgestreckt und ihm anschließend erstattet.
Das Strafbare daran: Die Rückzahlungen an Cohen wurden in den Geschäftsbüchern der Trump Organization fälschlicherweise als Anwaltshonorare verbucht. Zwischen dem 14. Februar und dem 5. Dezember 2017 entstanden auf diese Weise 34 gefälschte Geschäftsdokumente – jedes einzelne davon bildete einen eigenen Anklagepunkt.
Zeitlinie
Zahlung von 130.000 Dollar vor der Wahl geleistet
Michael Cohen, Trumps damaliger Anwalt, leistet in den Wochen vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 eine Zahlung von 130.000 Dollar im Zusammenhang mit Stormy Daniels (Stephanie Clifford).
Trump in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen
Trump wurde von den Geschworenen in allen 34 Anklagepunkten wegen Urkundenfälschung für schuldig befunden und wurde damit der erste ehemalige US-Präsident, der in einem Strafverfahren verurteilt wurde.
Strafmaß verkündet
Richter Juan M. Merchan verurteilte Trump nach mehreren Verschiebungen zu einer bedingungslosen Entlassung ohne Freiheits- oder Geldstrafe.
Ein historisches Urteil
Die Staatsanwaltschaft im Fall The People of the State of New York v. Donald J. Trump argumentierte erfolgreich, dass Trump die Fälschungen bewusst angeordnet hatte, um seine Wahlchancen zu schützen. Trump selbst bestritt alle Vorwürfe und bezeichnete das Verfahren als politisch motiviert. Er kündigte unmittelbar nach dem Urteil an, in Berufung gehen zu wollen.
Der Fall ist einer von insgesamt vier Strafverfahren, denen sich Donald Trump im Jahr 2024 gleichzeitig gegenübersah – ein in der Geschichte der USA beispielloser Vorgang.
Zivilklage: Betrug bei Immobilienbewertungen
Parallel zum Strafverfahren wurde Trump auch in einem Zivilprozess zur Verantwortung gezogen. Ein New Yorker Gericht stellte fest, dass er die Werte von Immobilien und Finanzanlagen der Trump Organization systematisch überhöht angegeben hatte. Auch Trumps Söhne Eric und Don Jr. wurden in diesem Zivilverfahren wegen Betrugs für mitverantwortlich befunden.
Strafmaß: Bedingungslose Entlassung
Die Verkündung des Strafmaßes im Strafverfahren wurde mehrfach verschoben. Am 10. Januar 2025 fällte Richter Juan M. Merchan schließlich sein Urteil: Trump erhielt eine sogenannte „Unconditional Discharge“ – eine bedingungslose Entlassung ohne Freiheitsstrafe, Bewährungsauflagen oder Geldstrafe. Damit ist das Verfahren formal abgeschlossen, auch wenn Trump die Berufung weiterverfolgen will.
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