Brüder nach 20 Jahren als Kindermörder freigesprochen
Zwei schwedische Brüder wurden 1998 verdächtigt, ihren vierjährigen Klassenkameraden Kevin Hjalmarsson an einem See in Arvika getötet zu haben. Nach 20 Jahren wurde der Fall neu aufgerollt — und die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass sein Tod ein Unfall war.
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Im August 1998 wurde der vierjährige Kevin Hjalmarsson tot am Ufer eines Sees in Arvika, Schweden, aufgefunden. Kurz darauf gerieten seine Klassenkameraden Christian Karlsson, damals 7 Jahre alt, und dessen Bruder Robin Dahlén, 5 Jahre alt, unter Mordverdacht.
Geständnis nach monatelangen Verhören
Nach drei Monaten Ermittlungen gab Polizeichef Rolf Sandberg bekannt, dass die beiden kleinen Jungen den Mord gestanden hätten. Der Fall wurde daraufhin zu den Akten gelegt, da die Brüder nach schwedischem Recht zu jung waren, um strafrechtlich verfolgt zu werden. Insgesamt war jeder der Brüder mehr als 15 Stunden lang verhört worden. Außerdem wurden im Zuge der Ermittlungen 120 Kinder befragt.
Zwei Jahrzehnte unter Verdacht
Die folgenden 20 Jahre lebten die Brüder mit dem Makel und dem öffentlichen Vorwurf, Kindermörder zu sein. Erst als die Dokumentarserie „Mordet på Kevin“ ausgestrahlt wurde, kamen das Ausmaß der polizeilichen Fehler und der öffentliche Druck, der den Fall beeinflusst hatte, ans Licht.
Zeitlinie
Kevin Hjalmarsson tot aufgefunden
Der vierjährige Kevin Hjalmarsson wurde am Ufer des Glafsfjorden in Arvika, Schweden, tot aufgefunden. Seine Klassenkameraden Christian Karlsson (7 Jahre) und dessen Bruder Robin Dahlén (5 Jahre) gerieten in Verdacht.
Polizei meldet Geständnis
Nach dreimonatigen Ermittlungen mit über 15 Stunden Vernehmungen pro Junge und 120 Kinderbefragungen erklärte Polizeichef Rolf Sandberg, die Brüder hätten die Tat gestanden. Der Fall wurde eingestellt, da die Jungen für eine Strafe zu jung waren.
Fall nach Dokumentation wieder aufgerollt
Nach der Dokumentarserie 'Mordet på Kevin' wurde der Fall wieder aufgenommen. Die Medienberichterstattung deckte Fehler der Polizei sowie den öffentlichen Druck auf, der die ursprünglichen Ermittlungen beeinflusst hatte.
Brüder offiziell freigesprochen
Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass keine Beweise dafür vorlagen, dass die Brüder für Kevins Tod verantwortlich waren. Christian Karlsson und Robin Dahlén wurden nach 20 Jahren als Verdächtige offiziell entlastet. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass Kevin höchstwahrscheinlich bei einem Unfall ertrunken war.
Der Mediensturm führte dazu, dass der Fall 2018 neu aufgerollt wurde. Fehlermittlung Polizei Bei den erneuten Ermittlungen kam die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss, dass es keine Beweise für eine Verantwortung der Brüder an Kevins Tod gab. Stattdessen bewertete sie den Tod des Jungen als höchstwahrscheinlichen Unfall durch Ertrinken.
Offizieller Freispruch nach 20 Jahren
2018 wurden Christian Karlsson und Robin Dahlén offiziell freigesprochen. Freispruch Schweden Der Fall gilt seither als mahnendes Beispiel dafür, wie polizeiliche Fehler und öffentlicher Druck zu folgenschweren Fehlverdächtigungen führen können — insbesondere wenn Kinder betroffen sind, die in Verhörsituationen besonders beeinflussbar sein können. Kinderaussagen Verhör
Medienberichterstattung
TV series
- Mord an Kevin: Doku beleuchtet erschütternden Fall(2026)
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