Jade Janks und der Mord an Tom Merriman
Wie eine schockierende Entdeckung auf einem Computer zu einem geplanten Mord führte
Veröffentlicht 28. April 2026

Fakten
Jade Janks tötete den 64-jährigen Tom Merriman am 31. Dezember 2020 in Solana Beach, Kalifornien – mit einer tödlichen Dosis Schlaftabletten, die sie ihm in ein Getränk mischte. Auslöser war eine erschreckende Entdeckung auf seinem Computer, die das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden für immer zerstörte.
Hintergrund und Beziehung
Jade Janks wuchs mit Tom Merriman als prägende Vaterfigur auf, nachdem ihr leiblicher Vater gestorben war. Merriman übernahm die Rolle ihres Stiefvaters und blieb ihr während der gesamten Kindheit und im Erwachsenenleben eng verbunden. Der 64-Jährige war ein wohlhabender Geschäftsmann im Raum Solana Beach, nördlich von San Diego.
Ende 2020 bat Merriman Janks um Hilfe bei der Reparatur seines Computers. Bei dieser Arbeit machte die damals 39-Jährige eine erschütternde Entdeckung: Auf der Festplatte fand sie zahlreiche Nacktaufnahmen von sich selbst – aufgenommen ohne ihr Wissen und ohne ihre Zustimmung. Die Bilder stammten aus Zeiten, in denen sie bei Merriman gewohnt oder ihn besucht hatte, und waren in Situationen entstanden, in denen sie sich sicher und geborgen geglaubt hatte.
Zeitlinie
Thomas Merriman wird an Silvester in Solana Beach getötet
An Silvester 2020 kommt Thomas „Tom“ Merriman, 64, in seinem Zuhause in Solana Beach, Kalifornien, ums Leben. Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass seine Stieftochter Jade Janks die Täterin ist.
Merrimans Leiche wird gefunden
In den Tagen um den 1. bis 2. Januar 2021 wird Thomas Merrimans Leiche gefunden, und die polizeilichen Ermittlungen werden eingeleitet.
Kalifornisches Berufungsgericht bestätigt Verurteilung
Im Oktober 2024 bestätigt ein kalifornisches Berufungsgericht die Verurteilung von Jade Sasha Janks wegen vorsätzlichen Mordes ersten Grades. Die Berufung wird abgewiesen.
Der geplante Mord
Die Entdeckung der Aufnahmen löste laut Staatsanwaltschaft eine unmittelbare Planung aus. Janks kommunizierte über Textnachrichten mit Freunden über ihre Wut und ihre Absichten – Nachrichten, die während des Prozesses unterschiedlich ausgelegt wurden.
Am 31. Dezember 2020 mischte Janks Tom Merriman eine tödliche Dosis Schlaftabletten in ein Getränk. Als das Mittel zu wirken begann, transportierte sie seinen bewusstlosen Körper in ihrem Pickup-Truck. Am 1. Januar 2021 wurde Merriman tot in Janks' Fahrzeug auf dem Ivy Lane in Solana Beach aufgefunden – am Straßenrand geparkt.
Giftmord
Die Ermittlungen
Das San Diego County Sheriff's Department leitete sofort nach dem Fund der Leiche eine Mordermittlung ein. Rechtsmediziner stellten schnell fest, dass Merriman an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben war und dass weder Suizid noch ein natürlicher Tod in Frage kamen.
Jade Janks rückte rasch in den Fokus der Ermittler. Ihre Textnachrichten aus den Tagen nach der Entdeckung der Bilder enthielten eindeutige Hinweise auf ihre Wut und auf Pläne, die Situation zu „bereinigen“. Forensische Beweise belegten zudem, dass sie die eingesetzten Schlaftabletten selbst gekauft hatte.
Auf ihren Geräten fand die Polizei außerdem Suchanfragen zu tödlichen Dosen von Schlafmitteln sowie zu Methoden, nach einer Tat Beweise zu beseitigen. Die Kombination aus digitalen Beweisen, Zeugenaussagen und forensischem Material ergab eine starke Indizienkette gegen sie.
Digitale Beweise bei Mordermittlungen
Prozess und Verteidigung
Jade Janks wurde wegen Mords mit besonderen Umständen angeklagt. Die Verteidigung argumentierte, die Tat sei keine geplante Handlung gewesen, sondern eine impulsive Reaktion auf das schwere emotionale Trauma nach der Entdeckung der heimlichen Aufnahmen.
Die Verteidiger versuchten, die Sympathie der Geschworenen zu gewinnen, indem sie Merrimans Übergriffe und den psychischen Zusammenbruch von Janks in den Vordergrund stellten. Sie behaupteten, sie habe im Affekt gehandelt – nicht mit der kühlen Berechnung, die die Staatsanwaltschaft ihr unterstellte.
Die Anklage hingegen legte Beweise für erhebliche Vorbereitung vor: die Textnachrichten, die Internetrecherchen, der Kauf der Tabletten. Sie betonte, dass Merrimans Verhalten zwar verwerflich gewesen sei, einen geplanten Mord aber nicht rechtfertige.
Affekttat und Strafrecht
Das Urteil
Im März 2023 wurde Jade Janks des Mordes ersten Grades für schuldig befunden. Das Gericht verurteilte sie zu einer Strafe von 15 Jahren bis lebenslänglich. Die Richterin erkannte die Komplexität des Falls an – einschließlich des sexuellen Missbrauchs, dem Janks ausgesetzt gewesen war – betonte jedoch, dass das Gesetz keine Selbstjustiz erlaubt.
Gesellschaftliche Debatte
Der Fall Jade Janks wurde sowohl in juristischen Kreisen als auch in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Opfer sexueller Übergriffe in Notwehr oder im Affekt handeln können, selbst wenn zwischen der Entdeckung des Übergriffs und der Gewalttat genug Zeit für eine Planung bleibt.
Der Fall beleuchtet zudem die komplexen rechtlichen und ethischen Fragen rund um digitalen Missbrauch und heimliche Bildaufnahmen. Merrimans Handlungen waren eindeutig kriminell – doch er wurde dafür nie zur Rechenschaft gezogen, weil er mit dem Leben bezahlte.
Für viele Frauen und Opfer sexueller Übergriffe wurde der Fall zum Symbol für die Frustration gegenüber dem Umgang des Rechtssystems mit Sexualdelikten und für das Ohnmachtsgefühl, das Betroffene häufig erleben.
Medienberichterstattung
TV series
- Jade Janks: Mord an Stiefvater nach Bildfund auf PC(2026)
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Podcasts
- Post Mortem: Jade Janks und die heimlichen Nacktfotos(2026)
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