Albert Fish: Der Kannibale, der Amerika terrorisierte
Ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2007 beleuchtet das Leben und die Verbrechen eines der verstörendsten Serienmörder der US-Geschichte
Albert Fish mordete, missbrauchte und terrorisierte die USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts – und gilt bis heute als einer der verstörendsten Serienmörder der amerikanischen Kriminalgeschichte. Der Dokumentarfilm „Albert Fish: In Sin He Found Salvation“ aus dem Jahr 2007 unter der Regie von John Borowski zeichnet ein detailliertes und erschreckendes Bild eines Mannes, dessen Verbrechen selbst erfahrene Kriminaler an ihre Grenzen brachten.
Eine verwahrloste Kindheit als Ausgangspunkt
Fish wurde am 19. Mai 1870 in Washington, D.C. geboren und wuchs unter schwierigsten Verhältnissen auf. Seine Kindheit war geprägt von Vernachlässigung und Gewalt – ein Umfeld, das Borowski in seinem Film als einen der zentralen Faktoren für Fishs spätere Entwicklung analysiert. Der Dokumentarfilm verfolgt seinen Weg von einem verwahrlosten Kind hin zu einem der perversesten Mörder, die die Geschichte kennt.
Fish selbst gab an, mehr als 100 Kinder missbraucht zu haben. Die tatsächliche Zahl seiner Mordopfer ist bis heute nicht abschließend geklärt, mindestens fünf Morde wurden ihm jedoch nachgewiesen. Serienmörder USA
Der Mord an Grace Budd – ein Fall, der die Nation erschütterte
Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht der Mord an der zehnjährigen Grace Budd im Jahr 1928. Fish lockte das Mädchen unter einem Vorwand aus dem Haus ihrer Familie in New York und tötete es. Dieser Fall sollte letztlich zu seiner Verhaftung und Verurteilung führen.
Besonders makaber: Fish schrieb Jahre nach der Tat einen detaillierten Brief an Graces Mutter, in dem er die Tat beschrieb. Dieser Brief wurde zur entscheidenden Spur, die die Ermittler auf seine Fährte brachte. Kindermord USA Geschichte
Borowski nutzt für seine Dokumentation umfangreiches Archivmaterial, Polizeiberichte und Interviews, um ein vielschichtiges und verstörendes Bild von Fishs Psychopathie zu zeichnen.
Religiöser Wahn und masochistische Neigungen
Ein eigenes Kapitel widmet der Film den psychologischen Aspekten von Fishs Persönlichkeit. Fish litt unter einem ausgeprägten religiösen Wahn und zeigte stark masochistische Tendenzen – er soll sich selbst mit Nadeln verletzt haben, die bei seiner Verhaftung noch in seinem Körper gefunden wurden.
Psychiatrische Gutachter, die ihn vor Gericht beurteilten, beschrieben ihn als einen der komplexesten und verstörendsten Fälle, mit denen sie je konfrontiert worden waren. Dennoch wurde Fish für schuldig und zurechnungsfähig befunden. Psychologie Serienmörder
Hinrichtung und historische Einordnung
Am 16. Januar 1936 wurde Albert Fish im Sing Sing Prison im US-Bundesstaat New York auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Er soll die Elektroden selbst angelegt haben – eine letzte makabre Geste eines Mannes, der Schmerz als Lust empfand.
Der Dokumentarfilm von John Borowski dient nicht nur als historischer Rückblick auf einen der dunkelsten Fälle der amerikanischen Kriminalgeschichte, sondern auch als nüchterne Analyse der gesellschaftlichen und psychologischen Faktoren, die einen Menschen wie Albert Fish hervorbringen konnten. Er ist Pflichtlektüre – beziehungsweise Pflichtansicht – für alle, die verstehen wollen, wie weit menschliche Grausamkeit gehen kann.

