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The Legend of Lizzie Borden: Der Axtmord, der Amerika schockierte

Der Dokumentarfilm von 1975 beleuchtet einen der berühmtesten ungelösten Mordfälle der amerikanischen Geschichte

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KrimiNyt Redaktionen

Am 4. August 1892 wurden Andrew Borden und seine Ehefrau Abby in ihrem Wohnhaus in Fall River, Massachusetts, mit einer Axt getötet. Der Verdacht fiel schnell auf Lizzie Borden, die 32-jährige Tochter des Hauses – und der Fall entwickelte sich zu einem der meistdiskutierten Kriminalfälle in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Ein Doppelmord erschüttert das viktorianische Amerika

An jenem Augustmorgen wurde Andrew Borden tot auf dem Sofa im Wohnzimmer aufgefunden, sein Schädel durch mehrere Axthiebe zerschmettert. Kurz darauf entdeckte man auch Abby Borden im Gästezimmer im Obergeschoss – ebenfalls mit einer Axt brutal erschlagen. Die Brutalität der Tat und der bürgerliche Hintergrund der Familie sorgten für Schockwellen weit über Massachusetts hinaus.

Lizzie Borden, die zum Zeitpunkt der Morde als einzige erwachsene Person im Haus war, wurde wenige Tage später verhaftet. Für das viktorianische Amerika war die Vorstellung kaum fassbar, dass eine wohlhabende, respektable junge Frau zu einer solchen Tat fähig sein sollte.

Frauenmorde im 19. Jahrhundert

Der Prozess: Zweifel an der Schuld einer „Dame der Gesellschaft“

1893 begann der Strafprozess gegen Lizzie Borden vor einem reinen Männer-Geschworenengericht. Die Staatsanwaltschaft stützte sich auf Indizien: widersprüchliche Aussagen der Angeklagten, ein angeblich verbranntes Kleid und die Tatsache, dass sie als einzige keine gesicherte Alibiperson hatte.

Dennoch sprachen die Geschworenen Lizzie Borden nach nur eineinhalb Stunden Beratung frei. Historiker gehen davon aus, dass die Jury es schlicht für undenkbar hielt, eine Frau ihrer gesellschaftlichen Stellung zu verurteilen – ungeachtet der Beweislage. Der wahre Täter wurde nie offiziell ermittelt.

Freisprüche in spektakulären Mordprozessen

Ungeklärte Fragen und anhaltende Faszination

Seit über 130 Jahren beschäftigt der Fall Borden Kriminologen, Historiker und True-Crime-Enthusiasten gleichermaßen. Die widersprüchlichen Zeugenaussagen, die mysteriösen Umstände und das offene Ende machen ihn zu einem der faszinierendsten Cold Cases der amerikanischen Geschichte.

Bis heute ist der berühmte englische Kinderreim Teil der US-amerikanischen Populärkultur: „Lizzie Borden took an axe, gave her mother forty whacks. When she saw what she had done, she gave her father forty-one.“ Der Reim entstand kurz nach dem Prozess und zeugt davon, wie tief der Fall ins kollektive Gedächtnis eingegraben ist – obwohl Lizzie Borden juristisch als unschuldig gilt.

Bekannteste ungeklärte Mordfälle der USA

Der Dokumentarfilm von 1975

Der amerikanische Fernsehfilm „The Legend of Lizzie Borden“ aus dem Jahr 1975 unternimmt den Versuch, dieses dunkle Kapitel der Kriminalgeschichte zu rekonstruieren. Der Film dramatisiert die Ereignisse rund um den Doppelmord, den anschließenden Prozess und die verschiedenen Theorien darüber, was an jenem verhängnisvollen Augusttag wirklich geschah.

Dabei präsentiert er sowohl gesicherte historische Fakten als auch Spekulationen – und bleibt damit bewusst offen für die Frage, die bis heute niemand abschließend beantworten konnte: War Lizzie Borden wirklich die Mörderin ihrer Eltern?

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