Der Tunnel-Raub von Fortaleza: 160 Millionen Reais erbeutet
Eine Gruppe von rund 25 Männern grub sich 78 Meter durch die Erde – direkt in den Tresor der brasilianischen Zentralbank
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Am 6. August 2005 stahlen rund 25 Männer etwa 160 Millionen Reais aus dem Tresor der Banco Central in Fortaleza, Brasilien. Der Raub wurde erst zwei Tage später, am 8. August, entdeckt – und gilt als einer der größten Bankraube der Welt zu jener Zeit.
Der Tunnel
Die Täter mieteten einen Landschaftsbaubetrieb an, der etwa 78 Meter von der Bank entfernt lag. Von dort aus gruben sie sich systematisch in Richtung Tresor vor. Die Grabungsarbeiten dauerten rund 100 Tage – fast drei Monate ununterbrochener Arbeit. Dabei lösten die Männer zu keinem Zeitpunkt Alarm aus und umgingen sämtliche Überwachungssysteme, obwohl sie sich in unmittelbarer Nähe ihres Ziels befanden. Waffen kamen nicht zum Einsatz – der gesamte Ablauf war lautlos und akribisch geplant.
Tunnelraub
Zeitlinie
Der Einbruch beginnt in der Nacht zum Samstag, den 6. August 2005
Am Wochenende des 6.–7. August 2005 führt eine organisierte Gruppe den Einbruch über einen etwa 80 Meter langen Tunnel von einer gemieteten Immobilie in den Tresorraum der Banco Central in Fortaleza durch.
Der Raub wird am Montag, den 8. August 2005, entdeckt
Das Bankpersonal entdeckt am Montagmorgen, den 8. August 2005, dass der Tresorraum geleert wurde. Die Behörden werden gerufen, und die Ermittlungen werden eingeleitet.
Erste Urteile werden 2008 verkündet
Das Bundesgericht in Ceará verurteilt 2008 Antônio Jussivan Alves dos Santos und Marcos Rogério Machado de Morais zu jeweils 49 Jahren und 2 Monaten Haft.
Weitere Urteile wegen Geldwäsche 2015
Das Bundesgericht in Ceará verurteilt 2015 11 Personen wegen Geldwäsche. Jussivan Alves dos Santos wird wegen Geldwäsche zusätzlich zu einer laufenden Strafe von 35 Jahren zu 80 Jahren verurteilt.
Bankraub Brasilien
Der Kopf hinter dem Raub und sein Ende
Luís Fernando Ribeiro wurde als einer der Hauptverantwortlichen identifiziert. Er war zuvor als Sicherheitsberater für Banken tätig gewesen – ein Umstand, der ihm offenbar entscheidende Kenntnisse über die Systeme und Sicherheitsvorkehrungen der Banco Central verschaffte.
Genau zwei Monate nach der Entdeckung des Raubes, am 8. Oktober 2005, wurde Ribeiro entführt. Er wurde später getötet – nachdem das Lösegeld bereits bezahlt worden war.
Entführung nach Bankraub
Ermittlungen und Festnahmen
Die Polizei arbeitete zielgerichtet an der Aufklärung des Falls. Bis Ende 2005 waren acht Personen verhaftet und rund 20 Millionen Reais des gestohlenen Geldes sichergestellt worden. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wurden insgesamt 129 Personen angeklagt. Zusätzlich konnten weitere 32 Millionen Reais zurückgewonnen werden. Sechs Männer, darunter Davi da Silva, wurden im Besitz von Teilen des Diebesguts gefasst.
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