Plymouth 1962: 1,5 Millionen Dollar in falscher Polizeiuniform
Postraub in Massachusetts wurde nie aufgeklärt
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Klassifizierung:
Fakten
Am 26. April 1962 wurde eine Routinefahrt zweier Postangestellter auf der Route 3 in Plymouth, Massachusetts, zum Alptraum. Eine Gruppe von Tätern in gefälschten Polizeiuniformen stoppte den Posttransporter und erbeutete 1,5 Millionen Dollar – Geld, das nie wieder auftauchte.
Patrick Schena und William Barrett, beide Postangestellte, wurden zu Boden gezwungen und gefesselt, während die Täter ihre Ladung stahlen. 127 Postsäcke gefüllt mit druckfrischen Ein- und Fünf-Dollar-Scheinen wurden in ein anderes Fahrzeug verladen und abtransportiert.
Das Geld stammte aus der Touristensaison auf Cape Cod und sollte in der Region verteilt werden. Der Gesamtwert wurde auf etwa 1,5 Millionen Dollar geschätzt – nach heutiger Kaufkraft ein Vielfaches davon.
Zeitlinie
Raubüberfall findet auf der Route 3 in Plymouth statt
Am 14. August 1962 wird ein amerikanischer Postwagen an einer falschen Straßensperre gestoppt. 127 Postsäcke mit Bargeld werden gestohlen. Die Besatzung wird gefesselt und in Randolph, Massachusetts, zurückgelassen.
Fahrer und Wachmann unverletzt in Randolph zurückgelassen
Patrick Schena und William Barrett werden nach dem Raubüberfall gefesselt in Randolph, Massachusetts, zurückgelassen. Beide sind körperlich unverletzt.
Bundes-Grand-Jury erhebt kurz vor Verjährungsfrist Anklage
Kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist — genaues Datum nicht verifiziert — erhebt eine Bundes-Grand-Jury Anklage gegen u.a. John "Red" Kelley, Patricia Diaferio und Thomas Richards.
Thomas Richards verschwindet vor dem Prozess
Thomas Richards erscheint nicht zum Prozess und verschwindet. Er wird nie vor Gericht gestellt. Das genaue Datum des Verschwindens ist nicht verifiziert.
Kelley und Diaferio freigesprochen — niemand verurteilt
Die übrigen Angeklagten, darunter John "Red" Kelley und Patricia Diaferio, werden im Prozess freigesprochen. Niemand wurde jemals für den Plymouth-Postraub verurteilt.
Präzise Planung
Die Details des Überfalls deuten auf einen professionell geplanten Raubüberfall hin. Die Täter kannten offensichtlich die Route – wo der Transporter sein würde, wann er fahren würde und was er transportierte. Einer der Wachleute, William Barrett, bemerkte später, dass die Stimme eines der Täter geübt klang – als hätte der Mann seine Anweisungen vorher einstudiert.
Doch trotz der offensichtlichen Professionalität kam die Ermittlung nicht voran. Niemand wurde angeklagt, niemand verurteilt. Der Fall blieb offen.
Verbindung zur Mafia
Jahrzehnte später tauchte ein Name im Zusammenhang mit dem Raub auf: Vincent Teresa, ein bekannter Mobster der Patriarca-Familie in Boston. In seinen Memoiren behauptete Teresa, dass die Patriarca-Familie den Überfall finanziert hatte – im Gegenzug für einen erheblichen Anteil an der Beute.
Falls Teresas Behauptung zutrifft, wäre dies nicht die Tat frischgebackener Räuber gewesen, sondern ein gezielter Schritt im Aufbau eines organisierte Kriminalität-Imperiums. Doch bewiesen wurde es nie – und strafrechtlich verfolgt ebenso wenig.
Spurlos verschwunden
Unabhängig von der Finanzierungsquelle oder der Identität der Täter: Die etwa 1,5 Millionen Dollar wurden nie wiedergefunden. Die neuen Geldscheine verschwanden vollständig. Ebenso die Täter.
Der Postraub von Plymouth aus dem Jahr 1962 gilt heute als klassisches Beispiel für ein perfekt ausgeführtes Verbrechen ohne Gerechtigkeit. Zwei Postangestellte wurden gefesselt, ein Transporter geplündert – und das amerikanische Justizsystem hatte keine Antworten.
[Hinweis: Namen der ermittelnden Polizeibehörden, Namen eventueller Verdächtiger oder Details zu Ermittlungstaktiken fehlen in den verfügbaren Quellen]
Zu diesem Fall fragen
Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNytDiesem Fall folgen
Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu Plymouth 1962: 1,5 Millionen Dollar in falscher Polizeiuniform erscheint oder ein Urteil fällt.
