Fallakte

Rudolf Pleil: Der Totmacher aus der Nachkriegszeit

Wie ein Schleuser im Harz Flüchtlinge in den Tod lockte

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Veröffentlicht 4. Mai 2026

BEWEIS

Fakten

TäterRudolf Pleil (along with accomplices Karl Hoffmann and Konrad Schüßler)
OpferKrimiNyt has chosen not to publish the names of the victims
TatortHarz region, near the border between the British and Soviet occupation zones, Germany
Tatzeitpunkt1946–1947
DeliktMurder, rape and robbery

Rudolf Pleil, geboren am 1. Januar 1924 im thüringischen Kühndorf, ermordete zwischen 1946 und 1947 im Harzgebiet mindestens neun Menschen. Er nutzte das Chaos der Nachkriegszeit und die Teilung Deutschlands, um sich als Schleuser an verzweifelte Flüchtlinge heranzumachen — und sie anschließend zu töten. 1950 verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig zu lebenslanger Haft.

Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen

Pleil fiel schon früh durch Verhaltensauffälligkeiten auf und wurde mehrfach wegen kleinerer Delikte verhaftet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er ins Harzgebiet, ließ sich in Zorge nieder und begann, in der Grenzregion zwischen der sowjetischen und der westlichen Besatzungszone als Schleuser zu arbeiten.

Seine Opfer waren überwiegend Frauen, die aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen fliehen wollten. Verzweifelt und auf fremde Hilfe angewiesen, vertrauten viele von ihnen jedem, der ihnen eine sichere Passage versprach. Flüchtlingskriminalität Nachkriegszeit

Zeitlinie

1. Januar 1946

Die Verbrechen beginnen in der Harz-Region

Im Laufe des Jahres 1946 beginnt Rudolf Pleil, Morde, Vergewaltigungen und Raubtaten an Personen zu begehen, denen er Hilfe beim illegalen Grenzübertritt im Harz-Gebiet anbietet.

31. Dezember 1947

Die Verbrechen enden im Laufe des Jahres 1947

Die dokumentierten Verbrechen in der Harz-Region an der innerdeutschen Grenze finden im Zeitraum 1946–1947 statt. Mitangeklagte sind Karl Hoffmann und Konrad Schüßler.

17. November 1950

Urteil beim Landgericht Braunschweig verkündet

Am 17. November 1950 verurteilt das Schwurgericht beim Landgericht Braunschweig Rudolf Pleil und Karl Hoffmann unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung und Raubes zu lebenslanger Haft.

16. Februar 1958

Rudolf Pleil stirbt durch Suizid im Gefängnis Celle

Am 16. Februar 1958 stirbt Rudolf Pleil im Gefängnis in Celle. Er hatte seit der Verurteilung 1950 in Haft gesessen.

Mord im Wald

Pleil bot sich Flüchtlingen als Führer an und geleitete sie in abgelegene Waldgebiete. Dort erschlug er seine Opfer mit einem Hammer oder Beil, beraubte sie und verscharrte die Leichen. An einigen Morden waren Komplizen beteiligt — darunter Karl Hoffmann und Konrad Schüssler.

Später prahlte Pleil damit, insgesamt 25 Menschen getötet zu haben. Zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten neun Fälle. Serienmörder Deutschland

Schwierige Ermittlungen

Die Ermittlungen gestalteten sich zunächst schwierig. Die Morde fanden in einer Zeit statt, in der Deutschland geteilt und die Behörden beider Zonen überlastet waren. Die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Zonen war stark eingeschränkt.

Ers als immer mehr Leichen auftauchten und Zeugen Pleil mit Vermissten in Verbindung brachten, wurde er am 18. April 1947 verhaftet — nach dem Raub und Mord an dem Kaufmann Hermann Bennen, dessen Leiche im Zorgebach nahe Zorge gefunden wurde.

In den Verhören zeigte sich Pleil geständig und äußerst mitteilsam. Er beschrieb seine Taten detailliert und ohne erkennbare Reue. Psychiatrische Gutachter attestierten ihm eine psychopathische Persönlichkeitsstörung, erklärten ihn jedoch für zurechnungsfähig. Psychopathie und Kriminalität

Verurteilung und Tod in der Zelle

Im Jahr 1950 verurteilte das Landgericht Braunschweig Rudolf Pleil wegen des Mordes an einem Händler und neun Frauen zu lebenslanger Haft. Auch seine Komplizen Hoffmann und Schüssler erhielten langjährige Freiheitsstrafen.

Im Gefängnis verfasste Pleil eine Autobiografie, die er in Anlehnung an einen bekannten Titel „Mein Kampf“ nannte und in der er seine Taten glorifizierte. Er bezeichnete sich selbst stolz als „bester Totmacher Deutschlands“. Am 16. Februar 1958 erhängte er sich in seiner Zelle im Gefängnis Celle.

Die Opfer blieben namenlos

Der Fall Pleil gilt als einer der ersten dokumentierten deutschen Serienmorde der Nachkriegszeit und wird bis heute in kriminologischen und psychologischen Studien analysiert. Er zeigt, wie Täter das Elend anderer in Krisenzeiten für ihre Zwecke ausnutzen können.

Die meisten Opfer sind namenlos geblieben. Sie waren Flüchtlinge auf der Suche nach einem besseren Leben — und fielen einem skrupellosen Mörder in die Hände. Ihr Schicksal erinnert daran, dass hinter jeder Kriminalstatistik ein Menschenleben steht.

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