Serie2022

Indian Predator: Das Tagebuch eines Serienmörders

Netflix-Dokumentarserie über Raja Kolander – den indischen Bauern, der mindestens 15 Morde gestand und in einem geheimen Tagebuch festhielt

★ IMDb 6,2Streamt auf Netflix
Regie/Produktion
Ukendt (produceret af India Today Originals)

Fakten

SerieIndian Predator: The Diary of a Serial Killer
TäterRaja Kolander, auch bekannt als Ram Niranjan
HerkunftPrayagraj (früher Allahabad), Uttar Pradesh, Indien
Bekannte OpferMindestens 15
Verhaftung2001

Worum geht es in der Serie?

Die dreiteilige Netflix-Dokumentarserie Indian Predator: The Diary of a Serial Killer erzählt ab dem 7. September 2022 die Geschichte von Raja Kolander – einem indischen Bauern aus Prayagraj in Uttar Pradesh, der mindestens 15 Morde gestand und seine Verbrechen in einem handgeschriebenen Tagebuch festhielt. Die Serie ist die zweite Staffel der Indian Predator-Anthologie, produziert von India Today Originals, dem digitalen Arm des indischen Medienhauses India Today TV. Alle drei Episoden sind auf Hindi gedreht und auf Netflix in zahlreichen Sprachen verfügbar, darunter Englisch und Spanisch.

Im Mittelpunkt steht nicht nur der Täter und seine Opfer, sondern auch die tiefergehende Frage, was einen Menschen im ländlichen Indien zu extremer Gewalt treiben kann – und warum es den Behörden jahrelang nicht gelang, den Fall zu lösen.

Die Serie unterscheidet sich von vielen westlichen True-Crime-Produktionen dadurch, dass sie auf explizit grafische Darstellungen verzichtet, insbesondere in der ersten Episode. Stattdessen wird eine psychologisch dichte, atmosphärische Erzählung rund um das sogenannte Raja ki Diary aufgebaut – das Tagebuch, dessen Entdeckung sowohl Polizei als auch Bevölkerung im Raum Prayagraj erschütterte. Netflix True Crime Dokumentationen

Der Fall hinter der Dokumentation

Raja Kolander – bürgerlicher Name Ram Niranjan – stammte aus der indigenen Kol-Gemeinschaft und lebte als Bauer auf einem Gehöft im ländlichen Prayagraj, der früheren Kolonialstadt Allahabad im Bundesstaat Uttar Pradesh. Seine Verbrechen kamen im Jahr 2001 ans Licht, als der Journalist Sitaram Singh spurlos verschwand. Singhs Leiche wurde später in Madhya Pradesh entdeckt – enthauptet und verstümmelt.

Die Behörden ermittelten monatelang, bevor Kolander schließlich ein Geständnis ablegte. Er behauptete, Singh habe eine Affäre mit seiner Ehefrau gehabt. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Gehöfts machte die Polizei einen makabren Fund: Schädel und Knochen, verborgen auf dem Grundstück – sowie ein handgeschriebenes Tagebuch, in dem 13 Namen aufgelistet waren. Zusammen mit Singh ergab das 14 bestätigte Opfer; insgesamt soll Kolander nach eigenen Angaben mehr als 15 Menschen getötet haben.

Besonders aufsehenerregend war die Behauptung, Kolander habe das Gehirn seiner Opfer gegessen. Diese Anschuldigung des Kannibalismus wurde jedoch vor Gericht nie bewiesen. Serienmörder Asien

Der Prozess zog sich über mehr als ein Jahrzehnt hin. Obwohl Kolander bereits 2001 verhaftet worden war, dauerte es bis zum 30. November 2012, bis das Urteil gesprochen wurde: lebenslange Haft für Kolander und seinen Schwager Vakshraj Kol. Auch Kolanders Ehefrau Phoolan Devi wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stufte den Fall als Rarest of Rare ein – die im indischen Rechtssystem verwendete Bezeichnung für die schwersten und abscheulichsten Verbrechen. Bemerkenswert: Kolander leugnete die Taten auch nach seiner Verhaftung zunächst weiter, obwohl das Tagebuch als schwer belastendes Beweismittel vorlag.

Die Produktion

Die Serie wird von India Today Originals produziert und ist auf Netflix in einer Vielzahl synchronisierter und untertitelter Fassungen verfügbar. Der Regisseur ist in öffentlich zugänglichen Quellen nicht namentlich genannt. Das dreiteilige Format erlaubt eine konzentrierte und zügige Erzählweise, ohne unnötig bei Gewaltdetails zu verweilen.

Die Produktion stützt sich auf Interviews mit Polizeibeamten, Journalisten und lokalen Zeugen, die gemeinsam ein vielschichtiges Bild des Täters und der Gesellschaft zeichnen, in der er lebte. Dass der Fall in einem ländlichen, sozial marginalisierten Milieu verortet ist, verleiht der Dokumentation eine zusätzliche gesellschaftliche Dimension, die über das reine True-Crime-Genre hinausgeht. True Crime Indien

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