Scott Kimball — Der Serienmörder aus Colorado
Forretningsmand, FBI-informant og firedobbelt morder
Veröffentlicht 12. Mai 2026

Wer ist Scott Kimball?
Scott Lee Kimball ist ein amerikanischer Serienmörder, der Anfang der 2000er Jahre mindestens vier Morde im Bundesstaat Colorado und angrenzenden Regionen beging. Was den Fall Kimball besonders bemerkenswert macht, ist nicht allein die Brutalität der Verbrechen, sondern die Tatsache, dass er zeitweise als registrierter FBI-Informant tätig war — eine Rolle, die er offenbar dazu nutzte, Verdacht von sich abzulenken und sich frei zu bewegen, während Ermittler nach den verschwundenen Opfern suchten.
Kimball gelang es jahrelang, als unbescholtener Bürger zu erscheinen. Er war verheiratet, führte Geschäfte und präsentierte sich als erfolgreichen Mann mit weitreichenden Netzwerken. Unter dieser Oberfläche manipulierte er systematisch Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld und beseitigte diejenigen, die er als Bedrohung für seine Fassade oder seine Interessen betrachtete.
Zeitlinie
Tatzeitraum beginnt
Ab Januar 2003 beginnt der Zeitraum, in dem Scott Lee Kimball laut dem rechtskräftigen Urteil seine vier Opfer in und um Colorado tötete.
Tatzeitraum endet
Im August 2004 endet der bestätigte Tatzeitraum. Kimball hat zu diesem Zeitpunkt Terry Kimball, Jennifer Marcum, Kaysi McLeod und LeAnn Emry getötet.
Urteil verkündet: 70 Jahre Haft
Am 8. Oktober 2009 verurteilt das Boulder County District Court Scott Lee Kimball nach einem Geständnis in zwei Anklagepunkten wegen Totschlags zweiten Grades und der Anerkennung der Verantwortung für alle vier Morde zu 70 Jahren Haft.
Kimball bekennt sich öffentlich zur vollen Verantwortung
Im März 2011 berichtet UPI, dass Kimball öffentlich weiterhin seine volle Verantwortung für die vier Morde bekräftigt.
Fall erneut bei Dateline NBC thematisiert
The Denver Post berichtet im September 2018 über einen Dateline-NBC-Beitrag zu dem Fall, der erneut Kimballs Verbrechen und seinen Hintergrund als FBI-Informant in den Fokus rückt.
Die Opfer — Familienangehörige und Bekannte
Die vier bestätigten Opfer im Fall Kimball stehen alle in einer direkten Beziehung zu ihm, sei es durch familiäre Bande oder persönliche Bekanntschaft:
- Vickie Montoya — eine Frau aus Kimballs Bekanntenkreis, deren Verschwinden lange ungeklärt blieb.
- Terry Kimball — Scotts Stiefvater, der 2003 verschwand. Der Mord spiegelt Kimballs Bereitschaft wider, selbst innerhalb der eigenen Familie zu töten.
- Jennifer Marcum — eine junge Frau, mit der Kimball eine Beziehung führte. Sie verschwand 2003 und wurde nie lebend aufgefunden.
- LeAnn Emry — Kimballs Nichte, die ebenfalls verschwand und später als Opfer bestätigt wurde.
Ein durchgehendes Muster in diesem Fall ist, dass Kimball seine Opfer spurlos verschwinden ließ. Die Leichen wurden an abgelegenen Orten in Colorado und Wyoming vergraben, und es bedurfte jahrelanger Ermittlungsarbeit sowie Kimballs eigener Geständnisse, um sie ausfindig zu machen.
Der FBI-Informant, der mordete
Eine der umstrittensten Dimensionen des Falls ist Kimballs Rolle als FBI-Informant. Er wurde als Quelle im Rahmen von Betrugsermittlungen angeworben und nutzte seinen Status, um sich gegenüber den Behörden Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Kritiker haben seitdem die Frage aufgeworfen, ob die Zusammenarbeit des FBI mit Kimball ihm unbeabsichtigt Schutz oder Handlungsspielraum in dem Zeitraum verschafft hat, in dem die Morde stattfanden.
Das FBI hat zurückgewiesen, dass die Behörde Kenntnis von Kimballs kriminellen Aktivitäten hatte, die über den Gegenstand der Informantenvereinbarung hinausgingen. Dennoch wirft der Fall ernsthafte Fragen über den Einsatz krimineller Informanten und die behördliche Aufsicht über diese auf.
Entdeckung und Festnahme
Der Verdacht gegen Kimball wuchs allmählich, je mehr Menschen aus seinem Umfeld verschwanden. Erst als Ermittler begannen, die einzelnen Vermisstenfälle miteinander zu verknüpfen, trat ein Muster zutage. Kimball war bereits wegen Betrugs in Haft, als Detektive ihre Bemühungen intensivierten, ihn mit den verschwundenen Personen in Verbindung zu bringen.
Im Laufe der Vernehmungen gab Kimball nach und nach Informationen über den Verbleib der Leichen preis — Informationen, die er als Verhandlungsmasse einsetzte. Dieses Verhalten ist typisch für manipulative Täter, die selbst in Untersuchungshaft eine gewisse Kontrolle behalten wollen.
Der Prozess und das Urteil
Im Jahr 2010 bekannte sich Scott Kimball in vier Mordfällen schuldig. Ein Gericht in Colorado verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 70 Jahren, die einer lebenslangen Haft ohne reale Aussicht auf Bewährung gleichkommt. Das Urteil stellte sicher, dass Kimball nicht in die Gesellschaft zurückkehren würde.
Im Rahmen des Strafverfahrens beleuchtete die Staatsanwaltschaft nicht nur die konkreten Morde, sondern auch den systematischen Betrug, den Kimball über Jahre hinweg aufgebaut hatte. Er hatte sich die Identität eines vertrauenswürdigen Geschäftsmanns geschaffen, den niemand solcher Verbrechen verdächtigt hätte — eine Fassade, die lange genug hielt, um vier Menschen das Leben zu kosten.
Nachwirkungen und Lehren
Der Fall Scott Kimball wird seitdem als Beispiel in Diskussionen über den behördlichen Einsatz krimineller Informanten herangezogen und darüber, wie Serienmörder sich hinter Respektabilität und gesellschaftlichen Rollen verbergen können. Er zeigt, dass die Nähe zur Macht — in diesem Fall zum FBI — nicht mit Unschuld gleichzusetzen ist und dass Ermittler institutionelle Beziehungen niemals über eine gründliche Überprüfung von Verdächtigen stellen dürfen.
Für die Familien der Opfer hat das Urteil eine gewisse Form von Gerechtigkeit gebracht, doch die Trauer und die unbeantworteten Fragen bleiben bestehen. Mehrere der Leichen wurden nie vollständig geborgen, und Teile von Kimballs Aktivitäten während der Mordphase sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.
Medienberichterstattung
TV series
- 48 Hours Mystery: Der FBI-Informant, der zum Serienmörder wurde(2026)
Podcasts
- Scott Kimball: FBI-Informant und Serienmörder in Colorado(2026)
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